Claire Marie Vogel
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Madison Cunningham spielt mitreißendes Konzert im Nochtspeicher

Es war ein fantastischer Abend im prall gefüllten Nochtspeicher in Hamburg Anfang Dezember. Wir waren auf dem Konzert der Folk Sensation Madison Cunningham aus Los Angeles zu Gast und haben sie vor ihrem Auftritt zum Interview getroffen.

Vielversprechende Newcomerin

Madison Cunningham

Madison Cunningham wirkt wie das Mädchen von nebenan als wir sie zum Interview treffen. Vor ein paar Tagen spielte sie noch ein gut besuchtes Konzert in Kopenhagen und schwärmt heute von ihrem Besuch im Miniaturwunderland, das sie mit ihrer Band besuchte. Eine Vorliebe für feine Nuancen und Filigranarbeit besitzt die 26-jährige Singer-Songwriterin und Gitarristin aus Los Angeles wahrhaftig – wie sie in ihren millionenfach gestreamten Songs beweist. So ist es insbesondere das bis ins kleinste Detail durchdachte und sich stets neu erfindende Gitarrenspiel, was einen in den Bann zieht.

Gepaart mit ihrem ehrlichen und authentischen Songwriting bringt sie frischen Wind in die Folkmusik, was auch in der Musikszene bemerkt wird. So blickt Madison Cunningham mit Mitte 20 auf zwei Grammy Nominierungen zurück. Wirkt sie im Interview wie eine alte Freundin, die man seit Jahren kennt, transformiert sich die Aura der jungen Frau auf der Bühne zu einer mitreißenden Persönlichkeit.

Mitreißender Konzertabend im Nochtspeicher

Freddie Dickson aus UK eröffnete den Konzertabend im Nochtspeicher mit seinem Soloprogramm und erschuf durch seine melancholischen Songs ein intimes Konzertfeeling. Ein sympathischer und nahbarer Künstler, der das Publikum durch ehrliche Songs begeisterte. Als Madison Cunningham schließlich mit ihrer dreiköpfigen Band aus Drummer, Bassistin und Keyboarder auf die Bühne trat, gab es für das Publikum kein Halten mehr.

Was dann folgte war ein fantastischer Konzertabend, bei dem Madison die Hauptrolle spielte. Wie gefesselt folgte das Publikum ihrem virtuosen und einzigartigen Gitarrenspiel – inspiriert von Künstler*innen wie John Bryan, Jeff Buckley oder auch Juana Molina: „All these people I felt like just had such a sidesways approach to playing in their own version of what it was that moved them. And that in terms moved me and I wanted to play music and guitar in a way that uphelt the song. So I feel like I’m constantly searching what that means to me and what that looks like.“ Gepaart mit ihrem Gesang und Songwriting entstand eine tolle Konzertatmosphäre.

Madison Cunningham live im Nochtspeicher
Madison Cunningham live im Nochtspeicher, Credit by Miriam Busse

Sie spielte ein paar Klassiker ihres Debütalbums „Who Are You Now“ wie Pin It Down oder Song In My Head, brachte ein paar unveröffentlichte Songs zu Gehör und bot eine breite Palette aus ihrem aktuellen Album „Revealer“ an. Der Name des Albums kommt nicht von ungefähr, blickt Madison hier auf eine erkenntnisreiche Phase ihres Lebens zurück, die sie ehrlich beschreibt. So verarbeitet sie neben dem Tod ihrer Großmutter auch Gefühle wie Zweifel, Ungewissheit – aber auch Hoffnung und Positivität.

Verarbeiten und nach vorne Schauen auf „Revealer“

Es sind prägenden Lebensphasen, aus denen sie im Songwriting-Prozess viel Kraft schöpfte, wie sie im Interview erzählt. „I think it helped me to find confidence in myself and understand, what really scares me about the process. And what really makes me excited about it. And those sort of little defeats and victories really helped me to understand sort of what I’m capable of as a writer. And where my limits are and that was helpful. I felt I did so much leaning on other people. And this time it felt like my safeguard where absent. Like I just had to find the strength in myself to figure out what it was what I wanted to say. No one else was going to figure that out for me.“ So sind mehr Songs entstanden, als letztendlich Platz auf dem Album war: „Finding songs that I believed in – it was just extra hard this time.“

Auf die letzte Frage „Is there a song that you always feel good about on stage?“ wusste sie eine schnelle Antwort: „Oh, that’s a great question. There’s a song called „Pin It Down“. That one I usually feel pretty good about.“

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Konzert-/ Livemusik-Highlight 2022

Auf der Bühne:The show that we played in Brooklyn, New York this year in the States was one of my favourite shows that I’ve ever done.“

Vor der Bühne:I saw Kendrick Lamar and that was the best show that I’ve seen in my life. […] He is so deep and such a brilliant thinker. He challenges me to be better.“

Ausblick auf 2023:

„I would like to be home a little more. I would like to write a lot more and collaborate with as many people as possible. That’s kind of my mode now: Wanting to do more side projects. As well as write my next record.“

Lieblings-Songs in 2022:

Tamino – The Longing

Tamino – You Don’t Own Me

Tamino – The First Disciple

„He is amazing. His record came out this year that I felt so moved by. It’s been a long time since an artist has made me excited about music and his record really moved me. He just has a very pure darkness to his music that speaks to me. Because I think there’s two halves of me: The exterior is a little bit more cheery and inside I tend to be quite melancholy a lot of the time. His music spoke directly to both of these things. It made me feel like I was a whole person listening to it. And not just just being: “This half of me likes this or this half of me.“ Both things were happening at the same time.“

Wir haben euch den Track Pin It Down von Madison Cunnigham und The Longing von Tamino in unseren MUSICSPOTS Special Mix 2022 gelegt.

Weitere Infos über Madison Cunningham findet ihr auf Instagram, Spotify, ihrer Website und YouTube.

Fotocredit: Press by Claire Marie Vogel, Konzert by Miriam Busse

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