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Castillo – die ganze Symphonie des Pop

Castillo stellen sich mit einem Debüt vor, das uns ordentlich durchschüttelt. Nicht Gern Allein bietet ganz viel Pop mit Effekten und großen Gefühlen. Wir haben die Newcomer gefragt, welche Highlights sie aus dem Jahr mitnehmen und was wir 2023 von ihnen erwarten dürfen. Ganz nebenbei ist es uns auch gelungen, ihnen ihre Lieblingssongs des Jahres zu entlocken. Natürlich stellen wir euch auch das Album vor.

„Loslassen und Abtanzen“, könnte die Devise gewesen sein, als sich das Hamburger Trio zu den Aufnahmen des ersten Longplayers versammelt hat. Vielleicht war es aber auch „Alles kann, nichts muss“. Immerhin schwingt bei Stücken wie Menthol oder 3 Kugeln Eis viel 80er-Glitter mit.

Auffällig auch die extrem eingängigen Songmelodien. Gepaart mit ab und an nicht allzu tiefgehenden Texten, wird hier ein perfektes Popalbum präsentiert. Viel Hall und passende Effekte geben den letzten Schliff. Darf es noch mehr Gitarre sein? Sicher doch. Auch der Synthie kriegt ein kleines Soli auf Major Tom. Zack, sind wir wieder in der wilden Welt der Popmusik gefangen.

Ihr mögt es lieber ruhiger: Dann lauscht dem Titeltrack Nicht Gern Allein. Ehrlich und offen singt Castillo mit Paula Carolina im Duett über pickelige Teenager-Liebe. Na, spürt ihr euer Herz erneut brechen, beim Gedanken an den ersten Kuss? Unbeschwert und leicht geht auch Crème Brûlée ins Ohr. Ich persönlich stehe nicht auf diese Text-Analogien über Essen bei Beziehungsthemen. Sie scheinen jedoch ebenso gut zu funktionieren, wie die immer wiederkehrenden Stabreime.

So bringt Castillo mit dem ersten Longplayer knapp 40 Minuten Popmusik par excellence. 12 Stücke zu denen man unbeschwert in der Studentenbude ein lauwarmes Kaltgetränk schlürfen kann. Sollte nebenbei Zeit für eine Video-Guck Party sein, so empfehlen wir das aktuelle Video zu Pharisäer.

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Gemeinsam mit keinem geringeren als Enno Bunger am Klavier lässt sich die Band auf einem Floß in den Sonnenuntergang treiben. Kitschig? Ja, aber einfach wunderschön umgesetzt. Das Stück und das Video bieten aus meiner Sicht eines der Highlight des Albums. An zweite Stelle rückt Keine Liebe für Niemand. Hier solltet ihr die Ohren spitzen. Das Stück macht Spaß, geht tief und das obwohl oder gerade weil es rund und vertraut klingt.

Auch wenn es Castillo im ersten Schritt nicht in unser Favoritenliste 2022 geschafft hat, ist dies eine Empfehlung zum Jahresende. Freunde des deutschsprachigen Pop werden das Trio aus dem Norden mögen. Sie bringen uns Stücke, die nicht typisch nordisch reserviert klingen, sondern fast wild und wechselhaft wie Berlin.

Daher hoffen wir bald auf ein Erlebnis in einem Club. Bis es soweit ist, blicken Castillo mit uns noch mal im Jahr zurück, nach vorne und verraten uns ihre Lieblingssongs.

Castillo im Jahresrückblick

Konzert-/ Livemusik-Highlight 2022:
Ehrlich gesagt jedes einzelne. Nach so viel Zeit ohne. Aber nicht ganz uneigennützig: die Release Show zu unserem Album „Nicht gern allein“ war schon „Killer“.

Ausblick auf 2023:
Wir könnten jetzt erste eigene Tour, neue Releases usw. sagen. Stimmt auch alles, aber eigentlich am meisten aufs zusammen Musik machen, mit ab und zu Cremant dabei. Klingt abgedroschen, ist aber so.

3 Lieblings-Songs in 2022:

1. YEBBA – All I ever wanted
Für mich das Beste was Pop zu bieten hat. Unfassbare Sängerin. Monster Arrangements. Riesen Songwriting.

2. Mark Owen – You only want me
Hab schon als Kleinkind vor dem Fernseher jede Take That Choreo mitgetanzt. Außerdem einfach ein starker Popsong.

3. Stromae – L`enfer
Großer Künstler. Auf allen Ebenen. Modisch, musikalisch, politisch. In dem Song hier spricht er über das Dunkel im Kopf und in der Seele. Ein immer noch gesellschaftlich unterrepräsentiertes, tabuisiertes Thema.

Gemeinsam mit dem Stück Keine Liebe für Niemand haben wir wieder vier neue Songs in unseren MUSICSPOTS Special Mix aufgenommen.

Mehr über Castillo erfahrt ihr auf der Webseite, bei Instagram oder Youtube.

Fotocredit by Pawel Zielinski

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