Anfang November fand die Most Wanted Music 2019 in Berlin statt. Neben der Konferenz mit zahlreichen Talks, gab es erstmals auch ein eigenes Showcase Festival. Auf der Most Wanted: Music Live spielten 20 Acts für ein exklusiv eingeladenes Publikum.

Exklusiv & neu

Versteckt und doch Mitten in der Clublandschaft Berlin-Friedrichshains war die Location der ersten MW:M Live gut gewählt. Eingeladen wurde in die neuen Noisy Proberäumen im Berliner House of Music auf dem RAW Gelände. An sechs kleinen publikumsnahen Bühnen hatte das Fachpublikum aus den Bereichen Booking, A&R, Synch & Music Supervision sowie Media die Chance sich einen neuen Eindruck über die Vielfältigkeit der neuen Popmusik zu machen.

Ich habe endlich mal wieder das gemacht, was man viel öfter tun sollte: Ich hatte mich nicht penibel vorbereitet, sondern mich überraschen lassen. Bekannt waren der grobe Ablauf doch schon die Location überraschte. Nur ein Katzensprung von meiner ersten Studentenbude entfernt, wird Berlin nun wirklich hipp. Das R.A.W. Gelände, das ich damals nicht betreten mochte, ist nun Zufluchtsort für zahlreiche Clubs. Mitten drin, das House of Music – Berlins Kreativ-Hub für Musiker*innen, Unternehmen und Organisationen aus der Musikbranche. Ein passender Ort, wenn auch ein wenig zu frisch, modern und ordentlich inmitten des eigentlich in sich geschlossenen Geländes aus baufälligen Gebäuden. Aber vielleicht endlich ein Ort, an dem Musiker so laut sein kann, wie sie wollen, um ihrer Kunst nachzugehen.

MW:M Live / BMC by Joris Felix
MW:M Live / BMC by Joris Felix

Ein neues Showcase Festival

Die Acts zeigten sich wild entschlossen das Publikum zu unterhalten. Es wurde durchaus laut, man wechselte zwischen den Räumen. Das KOnzept ging auf.. In den kleinen Proberäumen kam sogar ein wenig Konzertgefühl auf. Besonders, als sich quasi alle Gäste beim Auftritt von Palo G. zusammendrängten. Die Gewinnerin des Publikumspreises des Listen to berlin: Awards 2019 sollte man sich nicht entgehen lassen.

Überrascht war ich erneut auf eine bekannte Stimme zu treffen: Ami Warning, die im Sommer bereits auf dem Reeperbahnfestival 2019 aufgetreten ist, hatte auch hier einen kleinen Slot. Positiv überrascht haben mich Nosoyo, deren Bühnenshow wirklich zum Mittanzen aufrief und Alex St. Joan. Auf beide Acts, wäre ich so sicher nicht aufmerksam geworden. Besonders Alex St. Joan verzauberte mich nachhaltig. Ihr Indie Pop gehört nicht zu meinem üblichen Musikstil, aber an dem Abend und auch dadrüber hinaus passte er für mich. Ich freue mich auf ihr kommendes Album und hoffe das sie weiterhin Gesang, Drums und Beats so fein mischt.

Alex St. Joan at
MW:M Live / BMC by Joris Felix

Die Chance später ein wenig mit der in Berlin ansäßigen Australiern über ihre Musik und auch das Festival zu plaudern, habe ich natürlich spontan genutzt. Auf meine Frage, wie denn der Abend für sie war, teilte sie im Nachgang mit:
“ I really enjoyed being part of an evening of performances that showcased artists in rehearsal rooms, as that is where so much of our “behind-the-scenes” work as artists gets done. It was empowering to invite audiences into that space and I think they benefited from that intimacy as well.“

Ich denke genau das machte den Abend auf dem MW:Music Live Abend aus: Wir bewegten uns zwischen, vor und hinter den Bühnen, um neue Musik zu entdecken. Wir plauderten über Musik und das Business und genossen einen langen Abend. Mittendrin immer die KünstlerInnen und Bands, die gerade Auf- oder Abbauten. Die Gastgeber des Abends hatten somit ein wirklich schönes rundes Konzept auf die Beine gestellt. Ich persönlich hätte mir ein klein wenig mehr Vielfalt im Booking gewünscht und bin gespannt auf die nächste Runde, die hoffentlich in 2020 kommt.

Eingeladen hatten: die Berlin Music Commission (BMC) mit ihrer listen to berlin 2019/20 Compilation, der Live Music Accelerator Berlin von der Online-Booking-Plattform gigmit, das British And Irish Modern Music Institute (BIMM), das tschechische Exportbüro SoundCzech, music:LX – Music Luxemburg, PopKW (Landesverband für Populäre Musik und Kreativwirtschaft M-V), BY-on ein Projekt des VPBy (Verband für Popkultur in Bayern e.V.) und Kreatives Sachsen.

Auch im kommenden Jahr geht die Most Wanted: Music weiter. Merkt euch den 03. – 05.12.2020 vor. Sicher wird es wieder spannenden Talks geben und vielleicht auch wieder eine Live Showcase Festival.

Fotocredit: Bilder by Joris Felix für MW:M Live / BMC 2019

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