Einfach nichts tun und das Jahr ohne viel TamTam ausklingen lassen: So wünscht sich Musiker Karwendel seine Weihnachtszeit in diesem Jahr. Ein Bedürfnis, das wahrscheinlich viele von uns nur zu gut kennen. Seine Weihnachts-EP „Das Fest“ liefert dafür den passenden Soundtrack.
Vier Songs mit deutschen Texten, warmem Glöckchenklang, Schellenkranz, Gitarren, Klavier und zurückhaltendem Backgroundgesang holen die Feiertage ins Wohnzimmer – und funktionieren auch noch lange nach den Festtagen. Der Titeltrack kommt leicht und unaufgeregt daher. Man möchte direkt die Liebsten in den Arm nehmen und mitsingen. „Das Fest“ wirkt wie eine neue deutschsprachige Variante von „Driving Home for Christmas“, der wir Chris Rea nun ein wenig wehmütig hinterherwinken. Der Text liest sich wie ein kleines Gedicht über das Zusammenkommen von Familien und Freund*innen.
„Alles was ich will“ trifft einen Nerv. Der Wunsch nach Ruhe statt Dauerbespaßung zieht sich durch jede Zeile. Das dazugehörige Video verzichtet auf große Effekte und sorgt gerade dadurch für ein Schmunzeln. Wir begleiten Karwendel durch Läden und Straßen, sehen leuchtende Schaufenster und volle Weihnachtsmärkte und ertappen uns bei dem Gedanken an Geschenkestress, statt einfach den Moment zu genießen. Das Titelstück „Das Fest“ wirft einen liebevollen Blick in die Weihnachtsfeiertage und erzählt von kleinen wie großen Momenten dieser besonderen Stunden. „Im Schnee mittendrin“ wirkt wie eine Atempause zwischen all den Gedanken, die die EP anstößt. Das akustische Stück wird fast nur von einem leisen „Dadada“ aus dem Hintergrund getragen und schafft damit viel Raum zum Nachfühlen.
Bei „Zuversicht“ fällt sofort der warme Klang auf. Die Zeile „Wir wissen nichts / und haben doch Vertrauen“ schenkt Halt in einer ungewissen Zeit. „Heimkehr“ schließlich bricht mit etwas ungewohnteren Gitarrenakkorden und einer spannenden Stimmkombination aus dem Rahmen und ist gerade deswegen besonders schön.
Mit „Das Fest“ zeigt Karwendel einmal mehr seine Stärke als Geschichtenerzähler. Die EP holt Weihnachten musikalisch weg vom üblichen Einheitsklingeln und bringt Ruhe, Gelassenheit, Hoffnung und das Bedürfnis, wieder füreinander da zu sein, näher. Eine wunderbare EP, die auch jenseits der Feiertage eine klare Hörempfehlung ist.
Karwendel live
Wer Karwendel nach der Weihnachtspause live erleben möchte, sollte sich den Januar 2026 vormerken. In Hamburg stehen gleich zwei Termine an:
- 10.01.2026 – Hamburg, Cascadas (10 Jahre Sound & Books – „Das Fest“)
- 22.01.2026 – Hamburg, Nachtasyl (Support: Marla Moya)
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Fotocredit by Ralph Baiker




