Tal Arditi berührt unerwartet. Es ist seine sanfte Stimme, mit der der Musiker in seiner neuen Single Lonely die Zeit quasi anhält. Bekannt durch sein filigranes Gitarrenspiel im Jazz, gelingt ihm nun vielleicht auch der Zugang zu einem breiteren Publikum.
Lonely erzählt von Ghosting – einem Trend unserer Zeit, den ich bis heute nicht verstehe. Wie kann man einfach verschwinden, ohne Tschüss zu sagen? Wie kann man den Kontakt vollständig abbrechen? Warum tun Menschen so etwas? Sie verletzen andere, vermutlich wissentlich – und es scheint ihnen egal zu sein. So hat es scheinbar auch Tal Arditi erlebt. „I’ve been waiting for / My phone to ring again / But nothing never came.“, heißt es in der Single.
Die Verzweiflung ist spürbar. Untermalt von feinen Klängen können wir das Warten und Hoffen förmlich fühlen. Gleichzeitig zeigt sich der Wandel in der Musik des in Berlin lebenden Israelis: Als Jazzwunderkind bekannt, verwandelt er seine Gitarre zu einem vielseitigen Klanginstrument. Er klopft sanft und lässt die Schwere des Verlassenwerdens etwas leichter klingen. Seine sanfte Stimme tut ihr Übriges, um das Herz eines jeden Singer-Songwriter-Fans zu erwärmen. Ein ehrlicher Song, der überzeugt.
Die Single ist der Vorbote des im Mai 2026 erscheinenden Albums. Tal Arditi wird erstmals in mehreren deutschen Städten auftreten. Wer José González mag, wird sich hier wiederfinden; wer es etwas rhythmischer in Richtung Tash Sultan liebt, ist ebenfalls gut aufgehoben. Tickets sollten schnell gesichert werden, denn der Musiker hat bereits internationale Hallen ausverkauft.
Tal Arditi live

18.04.2026 – Köln – Die Wohngemeinschaft
05.06.2026 – Berlin – Kantine am Berghain
11.06.2026 – München – Glockenbachwerkstatt
12.06.2026 – Waiblingen – Kulturhaus Schwanen
13.06.2026 – Augsburg – Kulturhaus Kresslesmühle
Fotocredit: Alicia Pfeifer



