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Olivia Dean – die Leichtigkeit zu lieben

Olivia Dean hat im Spätsommer ihr zweites Album veröffentlicht. Auf The Art of Loving präsentiert sie erneut eine Mischung aus Soul und sanftem Pop. Gleich fünf Stücke haben es auf unsere Favoritenliste geschafft und laufen hier in Dauerschleife.

Die Musikerin hat ihren Stil weiter perfektioniert, ohne dabei an Wärme zu verlieren. Vom ersten Track an hat man das Gefühl, von einer weichen Decke umhüllt zu werden. Der warme Soul, der an die 60er erinnert, klingt zugleich frisch und poppig, sodass die Songs eine eigene Note bekommen. Zu meinen Favoriten zählt zuerst Nice To Each Other – ein Stück, das mit viel Leichtigkeit zu mehr Respekt im Umgang miteinander auffordert. Der soulige Groove und die sommerlichen Vibes sorgen für eine positive Stimmung. Auch der Titeltrack So Easy (To Fall in Love) hat es mir angetan. Hier zeigt die Musikerin offen, dass sie bereit ist, jemandem zu vertrauen. Sommerlich, tanzbar und mit markanten Bläsern, die das Stück einleiten und begleiten, wirkt diese Liebesbekundung besonders lebendig.

Die Liebeslieder auf dem Album klingen vertraut. Es geht um echte, glückliche Beziehungen, nicht um Zweifel oder die ewige Frage nach dem Warum, sondern um gegenseitiges Vertrauen. Olivia Dean zeigt sich verletzlich und offen. Sie lädt dazu ein, die eigenen Mauern fallen zu lassen und sich ebenfalls verletzlich zu zeigen. Ein weiterer Song, der mir sofort unter die Haut ging, ist Close Up. Er erzählt von der Unsicherheit, die entsteht, wenn das Gegenüber nach einem emotionalen Moment nicht so reagiert wie erhofft. Auch hier trägt der warme, zeitlose Soul die Stimmung und macht das Stück zu einem Song, den ich immer wieder gern höre.

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Songs über Liebe und Verlassenwerden

Doch das Album erzählt nicht nur vom Glück. Es gibt auch Stücke, die von Verlust, Einsamkeit und Verlassenwerden handeln. Baby Steps ist eines davon. Die Musikerin beschreibt darin die Phase, in der man sich Schritt für Schritt daran gewöhnt, alleine zurechtzukommen. Ständig wird man daran erinnert, dass die andere Person früher Teil des Alltags war – jemand, mit dem man sprach, Gedanken teilte, jemand, der da war, wenn man nach Hause kam. Nun löscht man das Licht allein. Ein anderer Song, Let Alone the One You Love, thematisiert nicht nur das Verlassenwerden, sondern vor allem die fehlende Unterstützung in einer Beziehung und das Gefühl, klein gehalten zu werden. Bei der Zeile „I’m too much to handle and just dial it back a bit / Well, well, I’m not having it, babe“ hoffe ich, dass die Musikerin diese toxische Beziehung hinter sich gelassen hat.

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Mehr Informationen

Auf ihrem zweiten Album präsentiert sich Olivia Dean erneut als starke und selbstbewusste Frau – eine Musikerin, die weiß, was sie will, mit einer warmen Stimmfarbe und einem Gespür für zeitlosen Soul, von dem viele nur träumen. Zusammen mit Produzent Zach Nahome, mit dem sie bereits für ihr Debüt Messy gearbeitet hat, sind erneut Stücke entstanden, die mit ihrer ausgewogenen Mischung aus Pop und Soul sofort ins Herz treffen.

Das zweite Album gilt oft als die am meisten gefürchtete Veröffentlichung für Musiker*innen. Es soll an den Erfolg des Debüts anknüpfen und idealerweise noch besser werden. Für Olivia Dean dürfte es nicht anders gewesen sein. Ob sie ihre eigene, höher gesetzte Messlatte offiziell übertroffen hat, kann ich nicht beurteilen. Für mich ist The Art of Loving jedoch ein überaus überzeugendes Werk, auf das Olivia Dean stolz sein kann – und das ihr euch unbedingt anhören solltet.

Die Tour 2026 durch Europa ist fast ausverkauft. Ihr wollt Olivia Dean live erleben? Dann sichert euch schnell noch ein Ticket.