J. Lamotta Titel
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Wachstum durch Veränderung – J. Lamotta auf „Asulin“

Die international gefeierte R’n‘B- und Hip-Hop-Künstlerin J. Lamotta geht im Mai mit ihrem neuen Album Asulin auf  Tour. Mit Spannung blicken wir den Gigs in Deutschland entgegen. J. Lamotta präsentiert nicht nur ihr siebtes Album, es ist auch der zweite Longplayer, auf dem sie komplett in ihrer Muttersprache hebräisch singt und rappt.

Asulin ist anders als von mir erwartet. So fällt mir der Bericht über diesen Longplayer auch schwerer als gedacht. Als mit der Ankündigung auch die Anfrage zur Albumpräsentation kam, hab ich direkt zugesagt. Den Werdegang von J. Lamotta hatte ich ein paar Jahre lang mitverfolgt. 2019 trat sie beim Reeperbahn Festival auf. Bereits damals war es faszinierend zu erleben, mit welcher Leichtigkeit sie mit dem Beat ihre Stories erzählt. Suzume erinnerte an Sade, klang freundlich, liebevoll und leicht. Brand New Choice hatte mehr Anlehnungen an den RnB der 90er. Nachdem ich die Musiker etwas aus meinem Fokus verloren hatte, schlich sie sich 2022 mit Re Blue wieder in meine Musiksammlung. Jazzig und verspielt.

Selbstbestimmt und entschieden

Das erste hebräische Album erschien bereits vor zwei Jahren. Ich habe es ehrlich gesagt nur kurz durchgehört. Es sagte mir nicht zu. Lag es an der fremden Sprache? Ich denke ja. Doch J. Lamotta begleitete MUSICSPOTS weiter. Nach mehreren erfolgreichen Jahren zog sie 2021 endgültig zurück aus Berlin in ihre Heimatstadt Tel Aviv. Mit ihrem zweiten hebräischen Album geht sie nun nochmal tiefer in ihre Vergangenheit zurück. Sie spricht über Erlebtes und über Menschen, die sie geprägt und beeinflusst haben. Sie erzählt vom ehrlichen Umgang mit Traditionen und der Akzeptanz des Erwachsenwerdens. All das in der ihr eigenen Mischung aus HipHop, Rap, Jazz und Pop mit ab und an Afrobeats, vielen Bässen und Drums.

Asulin ist der Name ihrer Mutter und der Titel des Albums. Der Titeltrack eröffnet das Album, schwer und erdig. Zeilen, wie „Don‘t keep it inside love. It doesn’t work, I’ll tell it to your face.“ zeigen eine starke junge Künstlerin. Eine Frau, die sich ihrer Wirkung gerade erst richtig bewusst zu werden scheint und die ihr Talent mit Bedacht, aber auch mit Bestimmtheit einsetzt Sie zeigt aber auch wie schwierig es für sie ist zwischen der traditionellen Lebensweise und einem modernen Alltag hin und her zu wechseln. Nachgefragt sagt J. Lamotta über die Namenswahl: „Asulin is the family name of my mother. I wanted to take this extra moment to say thank you to my mother.“ Heads or tails heißt der siebte Track übersetzt in dem J. Lamotta sagt: Heads or tails I an tired of deciding. Sie ist es leid, sich immer zwischen der einen oder anderen Seite zu entscheiden.

Eine Entscheidung hat sie bereits getroffen. Mit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums in hebräisch, hat sie sich bewusst einer anderen Fanbase geöffnet. Sie mischt in ihren Songs RnB, HipHop mit vielen traditionellen Rhythmen. Das Album spiegelt die Offenheit der Gesellschaft in ihrer Heimatstadt Tel Aviv wieder. Einer Stadt die, vom Krieg gebeutelt, weiterhin ein vielfältiges kulturelles Leben zeigt. Ein Leben, in dem verschiedene Kulturen und Religionen friedlich ein Zuhause teilen.

J. Lamotta nimmt uns mit in diese Vielfalt. Mir persönlich fällt es schwerer als gewöhnlich, mich in die mir fremd klingende Sprache des Albums einzufühlen. Doch im ständigen Wechsel zwischen dem neuen und den bisherigen Alben macht es plötzlich Klick. Der letzten Song packt mich. Ein Stück, dass einen so tief berührt, wie es nur die Musik von wirklich talentierten Musiker*innen und Bands  können. No One ist für in seiner Aussage so traurig, so schmerzhaft, dass ich mich noch mal mehr auf die Livedarbietung der Musik freue. Denn mit Blick auf das Heute scheint der Satz: „And What If No One Comes“ gleichzeitig Hoffnung und Angst zu bergen.

J. Lamotta im Interview

Zum Release hatte ich die Chance J. Lamotta ein paar Fragen rund um das neue Album und die kommende Tour zu stellen. Um ihre Antworten so wenig wie möglich zu verändern, belasse ich sie in englisch.

The new album is out. How does it feel?
„This new album is very closed to my heart. I ´ve been traveling around the world, looking for inspiration, but I’ve never invested so much energy to see and tell the story of my family. Coming back to Tel Aviv after so many years in Berlin and sitting in my grandparents house listening to their stories about their life in Marrakesh and the movement to Tel Aviv makes me clear that this all this is a part of my identity. That makes me clear like the album project is like a kind of rebirth for me in many ways. Thats why this album is very close to my heart.“

What led you sing and rap your songs in hebrew this time? 
„I started to rap and sing in hebrew after I came back to Tel Aviv in 2021. I think it was a very natural process. I startet to communicate with many local artists and I think sometimes it’s easier and it feels more natural this way. I’ll always go on doing my music as well in English and I´ll go on speaking to an international crowd. But since I’ve moved here I really understand the importance to grow up a local crowd and I want to communicate with them in our mother tongue. We have our language. It’s something that felt more natural this way.“

Does the change back to your mother tongue change your fanbase as well? 
„Each project that I do sounds different. I think that each of them has its own fanbase. Maybe some people can relate to many albums, some just to one. And of cause I know people who always ask: „hey what about the jazzy stuff?“ But I love to experiment every time. I believe that artists need to do something they really want to do. It’s important that they are not just creating art by thinking about the fanbase. The fanbase will join as long as you provide something in that you really feel. I believe that the changing of a fanbase Is part of the growing.“

Asulin Tour 2024

You are going on tour now. What can we expect?
I am so excited about this tour. I ´ll play with my live band which is a real supergroup. First there is Eric Owusu a dope percussionist, originally from Ghana. He is a star by himself, lead vocalist of the band Jembaa Groove. The rhythm section comes from Doron Segal and Nir Sabag on drums, both from Tel Aviv they are my best friends. Finally there is Yannick Nolting on bass. Playing with this supergroup is so much joy. It will sound completely different from any other project we had done before or the recording of the album. I love the live sound we have created together. It sounds so organic. One thing I can tell you: the connection I have with these people is so massiv. I honestly want you guys to see and feel us playing the new stuff from Asulin as well as some other stuff that needs to be there. I want to vibe with all of you and want to share some beautiful moments with you. Jazz, Hiphop and R’n’B. I  feel in really good hands with this band. Hope to see you there.

Natürlich werden wir live vor Ort sein und uns die Möglichkeit nicht entgehen lassenm diese großartige Musikerin mit ihrer Band auf der Bühne zu erleben.

10.05.2024 Bremen – Theater Bremen
11.05.2024 Karlsruhe – „Schwein gehabt“ Festival
12.05.2024 Hannover – Pavillon 
13.05.2024 Berlin – ufaFabrik 
14.05.2024
Freiburg – Jazzhaus
15.05.
2024 Mannheim – Alte Feuerwache
16.05.2024 Köln – Veedel Club
17.05.2024 Hamburg – MOJO 

Tickets findet ihr hier.

Wir freuen uns die Asulin Tour zu präsentieren.

mehr zu J. Lamotta erfahrt ihr auf Instagram oder YouTube.

J. Lamotta Asulin Poster

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