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Ottolien – Zwei Sekunden Pause zum Start

Ottolien, hinter diesem Namen stecken zwei musikalische Brüder aus Hannover. Sie bilden eine Band aus Gegensätzen: der eine Rapper und Beatboxakrobat, der andere Singer-Songwriter an der Akustikgitarre. Diese Mischung aus Rap- und Popmusik haben die zwei auf ihrer Debüt-EP Zwei Sekunden Pause vereint, die letzten Freitag erschienen ist.

Wer skeptisch ist, wenn Musikgenres gemixt werden, wird bei Ottolien eines Besseren belehrt. Ihre EP Zwei Sekunden Pause kommt erfrischend daher und jongliert mit den Stilrichtungen. Hier treffen deutschsprachige Songs auf Indie-Pop mit Beats und Synthesizer Klängen. Deutschsprachigem Rap stehe ich generell kritisch gegenüber. Oftmals sind die Texte aus meiner Sicht eher plump, abwertend oder aggressiv. Das dies auch ganz anders geht beweisen die Brüder Ottolien sehr respektabel.

Leonard und Jonas Ottolien haben auf ihrem Debüt verschiedene Themen behandelt. Trotz des Namens Zwei Sekunden Pause hat die EP gesamt 15 Minuten mit fünft bedeutungsvollen Songs. Hinter ihren Titeln verbergen sich Stücke über eine Liebeserklärung, einen magischen Moment und eine schicksalhafte Erkenntnis. Aber auch das Erwachen aus einer Lethargie und eine Ehrenerweisung für den Charme der Industriekultur wird besungen. Doch was hat es bloß mit diesen zwei Sekunden im Titel auf sich?

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Sekundenbruchteile für Takt und Texte

Innerhalb von zwei Sekunden kann viel passieren! Man kann eine Nachricht beantworten, Aufstehen oder eine Entscheidung treffen. So zum Beispiel eine Liebeserklärung machen, die das ganze Leben auf den Kopf stellt. Oder um es mit den Worten von Ottolien zu sagen: Ohne dich, ist ohne mich! Der Song Ohne ist eine klare Liebesbekundung und eine eingängige, groovige Eröffnung der EP. Der zweite Song Weiße Tiger erinnert allein schon durch seinen Bezug zu den Zauberern Sigfried und Roy an etwas Magisches. Hier ist das Spiel zwischen harmonischem Pop und kraftvollem Rap nicht mehr zu überhören.

Die nachfolgende Nummer Der Gast hingegen stimmt eher nachdenklich. Das Stück handelt von einem unerwarteten plötzlichen Verschwinden. Behaltet beim Video zum Song einmal die Spiegel im Auge. Die Botschaft liegt auf der Hand. Wir nehmen manchmal Menschen erst wahr, wenn sie nicht mehr da sind.

Der Vorletzte Titel heißt Morgen und ist ein Wachrütteln aus der Trägheit. Für mich steckt noch eine zweite Aussage in dem Lied: Nämlich den Tag oder den Moment intensiver zu genießen und nicht an morgen zu denken. Die Nummer besitzt den gleichen stimmigen Flow wie der erste Track Ohne. Die beiden Songs sind meinen Favoriten der EP.

Die EP Zwei Sekunden Pause klingt mit dem Song Industriegebiet aus. Ein Song, zu dem ich absolut keine Bindung aufbauen konnte. Vielleicht muss man dafür aus dem Ruhrpott kommen, oder alte Industrieruinen bewundern. Einzig das Wortspiel mit Industrie-ge-Beat-Beat haben die beiden hier aus meiner Sicht clever eingefädelt.

Mein Resümee zu Zwei Sekunden Pause ist, dass Ottolien hier mit einigen intelligente Lyrics mit guten Metaphern aufwarten. Der große Durchbruch ist die EP noch nicht, aber die Songs machen dennoch Lust auf ein komplettes Album.

Weitere Infos zu Ottolien erhaltet ihr auf ihrer Homepage, bei Facebook und Instagram. Acuh bei Youtube und Spotify könnt ihr ihre Musik hören.

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Fotocredit: Ottolien by Sarah Pernt