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PEEING IN THE SHOWER – Print wirkt und das ist gut so

PEEING IN THE SHOWER Ausgabe #3 sorgt hier seit ein paar Wochen für Furore. Ich geb es zu, ich bin begeistert. Der Inhalt aus liebevoll zusammengestellten Illustrationen und guten Texten muss gelesen werden. Daher geben wir dem Print-Fanzine ein Shout-Out und euch die Chance etwas Gutes zu tun.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Team von PEEING IN THE SHOWER mit leeren Händen. So passiert im November 2019 und September 2020. Beide Male war das Fanzine umgehend ausverkauft. Auf allen Social Media Kanälen wurde der Erfolg gefeiert – hier lag keins. Nun liegt die Ausgabe #3 seit einigen Wochen hier, wird gelesen, für neue Anregungen genutzt und gefeiert.

Herausgeberin Melanie Gollin hat es wieder geschafft mit einem Team aus Schreiber:innen und Illustrator:innen ein brillantes Heft im praktischen DIN A5 Format zu erstellen. Die Themen sind spannend und gut aufbereitet. Entstanden aus einer Mischung aus Frust und Trotz, nirgends den Platz für die eigenen Ideen zu erhalten, hat die Powerfrau ihrer Kreativität einen eignen Platz gegeben und ihn PEEING IN THE SHOWER (kurz PITS) getauft. Sie nennt es selber „Ein Experiment zur Erkundung von Kreativität und den Bedürfnissen Kreativer“. Passt für mich, denn hier kommen Profi und Laien zusammen und das Resultat ist mega gut.

Peeing in the shower

In Ausgabe #3 treffen wir auf Artikel über die umfangreiche Auseinandersetzung von Sexismus in der Popmusik, Einbürgerung, Borderline und Musical. Gesellschaftskritische Themen und kulturrelevante Anregungen liegen Seite an Seite und bilden ein 80 Seiten starkes Printerzeugnis. Bunt in den Inhalten und rund im Ganzen. Als jemand, der seit der Schulzeit gern selber für Magazine geschrieben und in Redaktionen gestaltet hat (von Stift und Schere mit Kopierer, bis zur ersten Seitengestaltung am Rechner), schätze ich guten Inhalt ebenso wie ein ansprechendes Layout.

PITS ist nicht kostenfrei erhältlich und das ist gut so. Die Einnahmen nach dem Pay-What-You-Want-Prinzip haben es auch diesmal wieder geschafft die Druckkosten zu decken und den Mitwirkenden ein kleines Honorar zu ermöglichen. Das übrige Budget wird gespendet. Ein unterstützenswertes Konzept. Alle Infos zum Heft, Druck etc. könnt ihr auf der Webseite nachlesen.

Hinter diesem Heft steht mit Melanie Gollin eine kreative Powerfrau, für die Machen statt Schnacken passen würde, wäre sie hier in Hamburg. Als Musikjournalistin, Moderatorin, Promoterin in der Musikszene bekannt, ist sie auch eine der zwei klugen Köpfe hinter dem wunderbaren Zwischen Zwei und Vier Newsletter. Mit Elan und Feingefühl für Texte teilt sie ihr Wissen und ihre Meinung auch hier und gibt mir persönlich immer wieder Anstoß zum Nachdenken.

MelanieGollin_by_Claudia_Goedke

Da wir diese freie, gute journalistische Idee gern unterstützen, haben wir zwei Hefte für euch auf Vorrat erstanden. Diese halten wir aber derzeit noch zurück! Denn zuerst solltet ihr bitte das restliche Duzend Hefte erstehen! Greift schnell zu und tut was Gutes. Ein Nachdruck ist nicht geplant. Unikate gibt es nur einmal.

Sonderverlosung
Sobald uns Melanie das offizielle Sold-Out Signal gegeben hat, wird es von uns eine kleine Sonderverlosung in unserem Newsletter geben. Tragt euch jetzt schon hier ein. Denn eines ist sicher: Wer MUSICSPOTS mag, wird auch PEEING IN THE SHOWER lieben!

PEEING IN THE SHOWER quer durchs Jahr 

Konzert-/ Livemusik-Highlight 2021:
Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, ob ich in diesem Jahr überhaupt auf einem Konzert war. Ich glaube fast: nein. Aber ich habe zwei Konzertkarten gekauft, für Ja, Panik und International Music – hat beides nicht stattgefunden. Naja. Irgendwie gewöhnt man sich dran. Zum Glück ist mein Job stabil und wenigstens darum muss ich mir grad keine Sorgen machen. Nebenbei hab ich einen Newsletter gestartet und die dritte Ausgabe von PEEING IN THE SHOWER auf die Beine gestellt. Es war deutlich zu merken, dass alle Beteiligten unter der Situation leiden: Deadlines wurden ständig verschoben, weil wir alle den Kopf voll hatten. Am Ende hat alles geklappt, es hat halt nur länger gedauert als geplant. Ich hoffe, das werden wir irgendwann auch über die Gesamtsituation sagen können.

Ausblick auf 2022:
2022 würde ich gern Ausgabe 4 angehen, mit neuen Leuten und hoffentlich endlich wieder einen großen Releaseparty. Ich hab auch gemerkt, dass es an den Prozessen noch einiges zu verbessern gibt – vielleicht bau ich mal einen richtigen Online-Shop (haha, eher: lasse bauen) und denk mir das für die Verpackung aus. Bisher werden alle Heft von mir inklusive selbstgeschriebener Postkarte handverpackt. Das ist zwar sehr schön, aber auch seeeeehr zeitaufwändig.

3 Lieblings-Songs in 2021:

1. The Toilet Bowl Cleaners – Peeing in the Shower

Naja, for obvious reasons. Den hat ein Leser des Magazins mir geschickt, ich kannte ihn vorher gar nicht. Aber er wurde sofort zur offiziellen Hymne des Magazins!

2. Bon Jovi – Livin’ on a Prayer
Babak Kahjehcoolacky hat in der aktuellen Ausgaben einen sehr langen Text darüber geschrieben, wie die Rechte an alten Hits grad strategisch aufgekauft werden, um mit ihnen Geld zu machen. Sehr interessant für jede*n Musikhörer*in, wenn man ein bisschen besser verstehen will, wie die Branche so funktioniert.

3. Shirin David – Be A Hoe/Break A How
In einem anderen Artikel geht es darum, wie Frauen in der Musikbranche sich noch immer mit anderen Maßstäben lassen müssen als Männer. Wir sind auf dem Weg zur Gleichberechtigung, aber noch lange nicht da, und Carina Hartmann hat einen Text darüber geschrieben, der zeigt, dass es in der Popmusik noch viel zu tun gibt.

Nach diesem Rückblick und Ausblick von Herausgeberin Melanie Gollin lehnen wir uns zurück und geniessen die leicht verwirrende Zusammenstellung, die den MUSICSPOTS Special Mix erweitert. Herzlichen Dank für den krassen Input, Output & Support über die vergangenen Jahre und auch hier noch mal: Liebe Melanie inkl. PITS #3 Redaktionsteam. Bis ganz bald wieder in echt, vor Ort zu guten Gesprächen.

Ganz besonderen Dank für die Unterstützung von MUSICSPOTS in unserer Community. Auch wir sind als unabhängiges online Magazin auf den Support unserer Leser:innen und Fans angewiesen, um kostendeckend zu arbeiten. Kommt dazu, wir bauen gerade den interaktiven Part aus.

Fotocredit: Melanie Gollin by Claudia Goedke; PITS by Melanie Gollin