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Karoline Kaminski – I Want Less Of You – Ich möchte mehr

Regelmäßig schickt Caro uns Links und fragt: „Hört mal rein. Was sagt ihr?“ Dieses Mal geht es um die EP I Want Less Of You von Karoline Kaminski, die am 21.03.2025 erschienen ist. Ihr Name ist mir auf Instagram schon öfter begegnet, aber ehrlich gesagt habe ich bisher noch nie bewusst in ihre Musik reingehört.

Karoline Kaminskis Lebensweg klingt spannend: In Dangast an der Nordsee geboren, zog es sie über Kiel, Marseille und Portugal schließlich nach Berlin und Warnemünde.

Emo-Rock-Vibes zum Einstieg

Auf dem Heimweg von meinem 9-to-5-Job mache ich den ersten Song der EP an. Minimalistisch instrumentiert beginnt der Track I Want Less Of You mit einer zart-traurigen Stimme. Dann setzt eine massive Bassline ein, die mich das erste Mal richtig aufhorchen lässt. Aber auf das, was im Refrain passiert, war ich überhaupt nicht vorbereitet: Mein Emo-Rock-Herz aus den 2000ern schlägt höher, und ich drehe die Lautstärke sofort noch weiter hoch. JAWOHL! Genau das habe ich lange nicht mehr gehört und offensichtlich so dringend gebraucht! Verzerrte Background-Stimmen, eine treibende E-Gitarre – absolute Evanescence-Vibes, bis die wohltuende Erlösung im nächsten Verse kommt. Aber ehrlich gesagt kann ich den nächsten Refrain kaum abwarten. Caros Interview mit Karoline Kaminski zu diesem Song lest hier hier.

Sanfte Töne und spannende Momente in No Problem

Song Nummer zwei, No Problem, beginnt wieder ruhiger. Doch das unglaublich gut akzentuierte Schlagzeug baut von Anfang an eine spürbare Spannung auf. Mich begeistern vor allem diese kleinen Momente und Akzente, die Gänsehaut erzeugen. Nach dem Intro legt das Schlagzeug richtig los, und doch bleibt die Atmosphäre insgesamt weich, melancholisch und emotional. Besonders schön sind hier Karoline Kaminskis Stimme, die harmonischen Mehrstimmigkeiten und der Wechsel zwischen ruhigen und kraftvollen Passagen.

Eine musikalische Traumreise mit Sad

Der nächste Track, Sad, beginnt sphärisch und verträumt. Ich schließe die Augen und lasse mich einfach mitnehmen. Die Passagen wechseln gekonnt zwischen rhythmisch-dynamischen und sanften, träumerisch-traurigen Momenten. Beim ersten Hören dachte ich, dass der Rhythmus gerne durchgehend sein dürfte, aber beim zweiten Mal verstehe ich es besser: Gerade diese Abwechslung erzeugt die Spannung, die mich bis zum Ende fesselt.

Überraschendes Finale mit Girls

Girls, der vierte und letzte Song der EP, ist gleichzeitig die aktuelle Single. Er startet zunächst ganz simpel mit Klavier und Karoline Kaminskis Stimme. Wer genau hinhört, entdeckt jedoch eine leichte Verzerrung, die schon ankündigt, dass hier noch mehr kommt. Und tatsächlich werde ich nicht enttäuscht – aber überrascht! Ein schneller Pop-Rhythmus baut sich kontinuierlich auf, bis er schließlich in einem mitreißenden Emo-Indie-Rock-Finale explodiert. Grungeig, rockig, absolut mein Geschmack!

Warum eigentlich kaum Textanalyse?

Vielleicht habt ihr bemerkt, dass ich bisher kaum auf die Texte und Themen eingegangen bin. Natürlich sind Texte wichtig, gerade für Texter*innen – schließlich ist das ihr Job. Aber ich persönlich fühle zuerst die Musik. Erst wenn die mich emotional richtig packt, beschäftige ich mich intensiver mit den Texten.

Eine EP, viele Gefühle

Karoline Kaminskis EP ist ein Wechselbad der Gefühle. Mal laut und aggressiv wie in I Want Less Of You, mal ruhig und gefühlvoll wie bei No Problem. Wut und Traurigkeit vermischen sich gekonnt in Sad, während man bei Girls einfach nur mit seinen Freund*innen tanzen und denken möchte: „Scheiß drauf!“

Karoline Kaminski verwandelt in ihren Songs Wut und Frustration in musikalische Kraft, was sich für sie selbst wie eine Befreiung anfühlt. Diese EP sollte man auf jeden Fall auf dem Zettel haben, und ich empfehle dringend, sich auch ihre älteren Songs anzuhören – genau das mache ich gerade selbst, und es lohnt sich wirklich. Folgen könnt ihr Karoline Kaminski natürlich auf allen gängigen Plattformen, auf denen ihre Musik ebenfalls zu finden ist.

Fotocredit: Pigeons Productions

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