Eli „Paperboy“ Reed Nights Like ThisVon Soul zu mehr Pop hat sich Eli „Paperboy“ Reed entwickelt . Wenn man plötzlich alles anders machen will, muss das nicht immer allen sofort gefallen. Leider trifft das für mich auch auf das aktuelle Album Nights Like This von Eli „Paperboy“ Reed zu.

Eli „Paperboy“, der mit seinem Vorgängeralbum Come and Get it ein wirklich ehrliches Werk aus Blues, Soul und R´n´B geliefert hat, schafft es diesmal nicht mich wirklich zu überzeugen.Bereits der Opener Well Alright Now zeigt deutlich, dass der junge US Amerikaner diesmal neue Wege beschreitet.

Mehr Pop, weniger Blues

Das Tempo ist schneller, die Stimme nur noch leicht rauchig. Die bewusste Entscheidung dem New Soul den Rücken zu kehren und gemeinsam mit seinem langjährigen Partner dem Gitarristen Ryan Spraker das Album in LA aufzunehmen ist nur allzu deutlich durch alle Stücke zu hören.

Ein wenig belustigt höre und ich lese ich dann, dass der zweite Song direkt Grown Up heisst. Für meine Ohren klingt der nun wirklich nach einer Teenie-Hymne. Schade, wirklich schade. Der Titelsong Nights Like This bringt wiederum nicht die musikalische Qualität, die Eli „Paperboy“ Reed durch das frühe Studium der Plattensammlung seines Vaters mitgenommen hat. Das Gefühl und die Liebe zum Soul, Blues und R`n`B wurde dem Sohn des ehemaligen Musikkritikers Howard Husock sicherlich bereits in die Wiege gelegt. Und sein Engagement, während des Studiums als Piano- und Orgelspieler in einem von Soul-Legende Mitty Collier geleiteten Gospelchor zu agieren, hat seiner Musikkarriere sicher zusätzlich gut getan. So ist es auch nicht verwunderlich, dass er mit seiner Band The True Loves in 2009 als Breakthrough Artist of the Year für die MOJO Awards nominiert wurde.

Musik für alle

Der drittletzte Song Ain´t Worth it (Goodbye) scheint wieder mehr Soul mitzubringen und hier kann ich dem Album den unnötigen Pop-Zuschuss das erste mal verzeihen. Aber auch nicht wirklich. Schade, wirklich schade. Eli, der mit seinen letzten Alben wirklich guten Sound in meine Wohnzimmer gebracht hat, hat sich nun in eine völlig neue Richtung bewegt. Aber sich mit 32 Jahren noch mal neu zu erfinden ist ja nur legitim. Seine Aussage: „Ich kann meine Platten nicht nur für ein paar Leute machen – ich will Platten für alle machen!“ finde ich persönlich schade. Denn so ist dieses Album nur ein wenig gut produziert Musik, die nicht weh tut, aber auch nicht hängen bleibt in meinen Ohren.

Weg vom Sound mit Soul

Nachdem ich das neue Album nun wirklich mehrfach gehört habe, switch ich wieder zum Vorgänger zurück. Denn dem Werk  Come And Get It aus 2014 hatte ich das Gefühl den Soul der 60er wirklich fühlen und hören zu können. Begonnen bei Young Girl, über Come and Get It, bis hin zum schwermütigem Pick Your Battles: Sehr guter Sound für meine Ohren. Und diese drei Songs sind auch meine Eli „Paperboy“ Reed Empfehlungen für euch, die ihr natürlich in meiner Musicspots 2015 Playliste wiederfindet.

Der junge Reed legt diesen Mai auf seiner Tour auch ein paar Stopps in Deutschland ein. Bleibt zu hoffen, dass er zusätzlich zu den neuen Hits auch ein paar alte Stücke plus Band im Gepäck hat. Ich finde geraEliPReed_Profilde in den Hamburger Mojo Club würden diese auf jeden Fall besser passen. Aber lassen wir uns überraschen.

Konzerte Eli „Paperboy“ Reed 2014:

04.05.2014, Köln, Luxor
06.05.2014, Hamburg, Mojo Club
07.05.2014, Berlin, Glashaus

Aktuelle News rund um Eli „Paperboy“ Reed findet ihr wie immer auf seiner Webseite.

Fotocredit Warner Music Group

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: