The Subways by Debbie Ellis
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The Subways – frischer Sound auf ,Uncertain Joys‘

Nach acht Jahren Pause meldet sich die dreiköpfige Band The Subways mit ihrem neuen Album Uncertain Joys zurück. Ein Album zwischen Indie und Pop-Rock, das die musikalische und persönliche Weiterentwicklung der Band zeigt.

Internationaler Durchbruch mit Rock & Roll Queen

The Subways wurden 2003 von Charlotte Cooper (Bass) und den Brüdern Billy Lunn (Gitarre, Vocals) und Josh Morgan (Drums) gegründet. Den Meisten von euch dürfte die britische Indie-Rockband durch den Song Rock & Roll Queen ein Begriff sein, mit der sie Mitte der 2000er ihren internationalen Durchbruch feierten. Ihr Debutalbum Young For Eternity (2005) hielt sich 10 Wochen in den UK Charts und verkaufte sich über 100.000 Mal.

In den letzten Jahren war die Band viel auf Tour unterwegs und veröffentlicht nach acht Jahren Pause ihr neues Album Uncertain Joys. Josh Morgan hat die Band inzwischen verlassen und Camille Phillips den Platz an den Drums eingenommen. Die Zeit ließ der Band auch Raum zur persönlichen und musikalischen Weiterentwicklung, wie Charlotte erzählt: „The long period of time since our last album allowed us the space to really think about each individual song for this record. Some of the songs were formed over months, or even years, with different versions and ideas flying between us. Then a lot of the recording took place in lockdown, which allowed for further experimentation and fun with each track. The older I get the more I realise there is always more to learn, always something new to try and that’s the most fun part of making a record.“

 

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The Subways by Laura Lewis
The Subways by Laura Lewis

Doch nicht nur die Band, sondern auch Frontmann Billy Lunn hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Er studierte an der Universität Cambridge und lies die Eindrücke dieser lehrreichen Zeit in seine Songs mit einfließen. „I’d spend hours going down new alleys of interest, exploring genres I’d never thought of even considering before. I got heavily into jazz and synthwave, investing in compilations from record labels all over the world. It really opened my eyes. I also think I gained a lot more confidence in my lyric-writing, having spent days handwriting essays on some of the most obscure pieces of literature I was interested in that week“, erzählt Billy.

Uncertain Joys: Zwischen Liebe und Gesellschaftskritik

Uncertain Joys ist sowohl musikalisch als auch thematisch ein zweigeteiltes Album: Die erste Hälfte handelt von Liebe, Vermissen, Trennung und Bisexualität – musikalisch mit einem Indie-Pop lastigeren Sound umgesetzt. Statt satten Gitarren sind hier vermehrt Synthies zu hören, der Sound klingt stellenweise etwas glattgebügelt. Dennoch kommen die Songs mit einprägsamen Melodien daher und sind gut arrangiert.

In der zweiten Hälfte zeigen sich The Subways in einem rocklastigeren Sound, der stellenweise die Punkrichtung einschlägt. Thematisch dreht sich hier alles um Selbstbestimmung, Kritik am Influencerdasein aufgrund fehlender Kreativität, patriarchischen Strukturen der Gesellschaft und den Nachwirkungen der Pandemie auf das private Leben.

Album Cover Uncertain Joys

Billy Lunn wollte mit dem Album insbesondere auf die Ambivalenz des Lebens in der heutigen Zeit hinweisen, wie er im Interview erzählt:„Everybody seems so certain about who or what they are, and what they represent, and I think we’re all still so much more fluid and shapeshifting as we navigate our respective ways through the challenging events we all face on a daily basis. […] If this album can help others feel more okay with that prospect, then I feel we’ve achieved some success.“

Mir persönlich gefällt die stilistische Aufteilung des Albums, auch wenn mich nicht jeder Song überzeugt. Dennoch zeigen The Subways, dass sie sich musikalisch weiterentwickeln können und auch in neuen Genres durch ihr Songwriting überzeugen.

Für alle Unentschlossenen habe ich hier meine Top 3 Anspieltipps für euch.

1.You Kill My Cool: Ein solider Indie-Rock Song mit catchy Refrain und coolen Riffs!

2.Lavender Amelie: Eigentlich bin ich kein Fan von Balladen, aber wer kann seit Oasis bei Akustikgitarre und britischem Akzent schon Nein sagen? Der Song ist eine erfrischende Abwechslung auf dem Album und überzeugt mit seiner Melodie.

3.Fight: Energievoller Punksong, der etwas Schwung auf dem Plattenteller bringt. Live dürfte er ziemlich abgehen!

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Apropos Live: The Subways sind ab März 2023 auf Albumtour in der DACH Region unterwegs. Tickets findet ihr auf ihrer Website.

THE SUBWAYS – Tourtermine

17.03. Köln, Artheater

18.03. Hamburg, Molotow

21.03. Berlin, Frannz Club

29.03. Wien (A), Flex

31.03. Dornbirn (A), Conrad Sohm

04.04. München, Strom

05.04. Rubigen (CH), Mühle Hunziken

06.04 Schaffhausen (CH), Kammgarn

Insgesamt habe ich ein selbst reflektiertes und abwechslungsreiches Album mit einem frischen Sound gehört, das sich öfter auf meinem Plattenteller wiederfinden wird. Für Fans der Band dürfte der Sound vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sein, neuen Hörer*innen könnte er hingegen gut gefallen.

Hört am Besten selbst rein! Alle weiteren Infos zur Band findet ihr auf Instagram, Facebook, YouTube und  Spotify.

Fotocredits: Laura Lewis | Titelbild: Debbie Ellis

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