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Steve Lacy – Gemini Rights: Track by Track Review

Steve Lacy hat mit seinem dritten Album Gemini Rights sein bisher emotionales Werk veröffentlicht und lässt die Welt an seinem Herzschmerz teilhaben. Die Mischung aus RnB, Pop und Soul begeistert und lässt uns jeden Song im Detail betrachten. 

Steve Lacy – International gefeierter Star mit gerade mal 24 Jahren

Bereits vor dem Release seines Albums wurde Steve Lacy international gefeiert. Der gerade mal 24-jährige Musiker hat mit Stars wie Kendrick Lamar, Solange, The Internet und Thundercat zusammengearbeitet, um nur einige Namen zu nennen. Das neueste Album Gemini Rights enthält 10 Songs (9 + 1 Enterlude) und Steve Lacy hat hier seinen ersten echten Herzschmerz bewältigt. Thematisch dreht sich alles um “You & I”, “Me Without You” und “Sorry”. Anhand der vielschichtigen Arrangements merkt man jedoch, dass dieser junge Künstler durchaus mehr in Petto hat als nur Hits zu produzieren, die alle hören, lieben und überall streamen.

Gemini Rights erscheint uns bereits nach dem ersten Hören als ein Album, das zurecht gefeiert wird. Ein zweiter Blick lohnt daher. Miri und Caro nehmen sich seitens der MUSICSPOTS Redaktion im Track by Track Special jeden Song vor.

1. Static

Caro: „Ein Song, der direkt das immer wiederkehrende Thema des Albums wiedergibt: „You & I“, Herzschmerz, Liebe, Verlassenwerden und Wut. Gleich zu Beginn zeigt uns das junge Talent, dass die Gefühlswelt wild und ungestüm ist. Melodramatische Eröffnung mit sanftem Klavier, ein wenig Bass und eine Gesangs-Erzählstimme, der man trotz ihrer Unbestimmtheit gern lauscht.“

Miri: Ein tolles Intro, das den sonst so instrumenten-affinen Musiker von einer ruhigen Seite zeigt. Schöne Chöre unterstreichen die melancholischen Zeilen, dabei zeigt Steve Lacy wie facettenreich seine Stimme ist.“

2. Helmet

Caro: „Pop und Hektik, ein eingängiges Schlagzeug und roughe Gitarren. Ein Liebeslied? Ich mag es. Es treibt mich an, der Songtext bewegt was in meinem Kopf. Er klingt so ehrlich, offen und verletzlich.  Alles in allem klingt der Song wie ein Stück, bei dem es mehr zu sagen gibt, als Zeit ist.“

Miri: Hier zeigt sich Steve Lacy wieder mit markanten Melodien und seinem charakteristischen Sound. Erinnert mich vom Stil her an die Anfangszeit von Lenny Kravitz, gefällt mir! Steve hat in diesem Stück definitiv eine Menge zu erzählen. Ein Song über’s Loslassen – Doch wer lässt wen zuerst los?“

3. Mercury

Miri: Steve Lacy zeigt sich hier selbstreflektiert. Die Message wird musikalisch durch Percussions und Akustikgitarre getragen. Auch wenn die Melodie im Loop läuft, wird es nicht langweilig. Die Chöre sind hier auch sehr schön gesetzt. Mir gefällt der Song!“

Caro: „Ja, die Percussions fallen auf. Ein wenig 80’s Sade, aber genug Beats, um ein eignes Soundbett zu schaffen auf der die facettenreiche Stimme ihre Story erzählen kann. „

4. Buttons

Miri: Ein langsamer Neo-Soul Song in klassischer Steve Lacy Manier: Der Bass steht im Vordergrund, Chöre werden akzentuiert gesetzt und die Gitarre kommt hier und da harmonisch ergänzend zum Einsatz. Zum Ende hin nimmt der Song etwas an Fahrt auf, was ihm sehr gut tut.“

Caro: „Mir fehlt hier etwas. Das Stück ist wie immer perfekt durchkomponiert, dennoch hat er nichts Aufregendes oder kickt mich.“

5. Bad Habit

Miri: Erneut ein typischer Steve Lacy Song mit seinem charakteristischen Gitarrensound, den ich seit seinem Song “Playground” nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Damit kreiert er seinen ganz eigenen Sound, was heutzutage nur wenige schaffen. Der Song ist wieder minimalistisch von der Instrumentierung, aber dafür umso melodischer als die bisherigen Songs. Auch das Outro mit seinem Mix aus Beatbox und Akustik-Elementen gefällt mir gut.“

Caro: „Ein Ohrwurm mit den besten Beats des Albums. Es geht wieder um Beziehung, und das Wissen um die schlechten Angewohnheiten, die man nicht ablegen kann. Ich mag die Doppelungen, Effekte und leicht spacige Atmo, die hier entstehen. Besonders liebe ich das Ende, was uns so plötzlich in der Luft hängen lässt.“

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6. 2Gether (Enterlude)

Caro: „Die Spielerei mit der Technik in Perfektion umgesetzt.“

Miri: „Das Interlude fasst die bisherigen Inhalte der Sons in ¾ taktiger Walzermanier zusammen. Es scheint fast so, als würde man einen Blick in Steve Lacys Gedanken erhalten, der die Worte “together forever” wie ein Mantra wiederholt. Gleichzeitig wird hier ein Bruch im bisherigen Sounddesign deutlich.“

7. Cody Freestlye

Caro: „Es klingt, als ob Steve Lacy das Zwiegespräch mit sich selber sucht und vor uns ausführt. Hall, Echo und viel Orgel. Wie eine nie endende Autobahn voller Entschuldigungen. “Don’t Depend on Me”.

Miri: „Ein weiterer Song im Loop, viele Synthesizer und Harmonien. Auch hier steht die Trennung und das Loslassen im Zentrum, was teils in nicht ganz jugendfreien Äußerungen verpackt wurde.“

8. Amber

Caro: „Ein Märchen mit dem Intro “Once Upon A time”.  Der Song könnte auch in einem Musical umgesetzt werden. „

Miri: „Ein totaler Shift der Emotionen im Vergleich zum Vorgängersong. Hier zeigt Steve erneut seine stimmlichen Qualitäten.“

9. Sunshine (feat. Fousheé):

Caro: „RnB, sanfter HipHop. Das Duett mit Foushee ist wunderbar und gehört auch zu meinen Favoriten. Das lockt mich von der Bar auf die Tanzfläche.“

Miri: „Mir gefällt der Song ebenfalls sehr gut. Tolle Instrumentierung und gefühlvolle Melodie. Nach vielen Songs über Trennung ist dieses Duett von Steve und Fousheé dramaturgisch gut gesetzt.“

10. Give You The World

Caro: „Dieser letzte Song ist mir ein wenig zu soft. Hier tropfen Herzschmerz und Gefühle fast aus den Boxen zu den Fans.  Ein passendes Outro dieses Album, aber nicht mein Favorit Song.“

Miri: „Eine Herzschmerz Ballade gefüttert mit der Erkenntnis, dass die besungene verflossene Beziehung mit all ihren Höhen und Tiefen der Vergangenheit angehört und man sich letztendlich damit abfindet.“

Fazit:

Caro: Ich mag das Album. Es erinnert mich an meine Twenties, als ich gerade Prince entdeckt habe, viel zwischen Genres gewechselt bin und eine Menge Neues entdeckt habe. Es fühlt sich vertraut und doch neu an. Bei tieferem Hin- und mehrfachen Durchhören nervt mich persönlich das ständige Herzensleid, das sich in jeglichen Facetten durch die Texte zieht. Jeder Song ist aber ein kleines Kunstwerk für sich.“

Miri: Ich bin eigentlich keine große Balladenhörer:in, nur sporadisch verirrt sich mal ein langsamer Herzschmerz-Song in meine Playlist. Doch ich bin froh, bei Steve Lacys Gemini Rights eine Ausnahme gemacht zu haben. Ich verfolge den Künstler seit seinem Debutalbum Apollo XXI und war von Anfang an von seinem Sound und seiner Authentizität überzeugt. Auch wenn Gemini Rights das Thema von Liebe und Beziehungsende von vorne bis hinten durchspielt, herrscht eine gute Balance zwischen groovigen und langsamen Balladen. Man hört, dass Steve Lacy eine persönliche und musikalische Weiterentwicklung durchgemacht hat und ich freue mich schon auf weitere Veröffentlichungen.“

Würden wir dieses Album empfehlen? Auf jeden Fall! Solltet ihr unter gebrochenem Herzen leiden, dann werden die Songs des Albums eure Herzen zwar nicht heilen. Aber ihr werdet daran erinnert, dass ihr mit eurem Herzschmerz nicht allein seid.

Gemini Rights von Steve Lacy ist am 15.07.2022 auf RCA Records erschienen. Mehr über Steve Lacy erfahrt ihr bei Instagram oder Youtube.

Fotocredit: Steve Lacy by Julian Klincewicz

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