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Philip Lassiter überzeugt mit ‚Live In Love‘

Der US-amerikanische Trompeter und elf-facher Grammy Gewinner Philip Lassiter veröffentlichte am 4. Juni sein neues Album Live In Love. Für die zehn Tracks starke Platte holte sich der ehemalige Prince-Arrangeur und Multiinstrumentalist eine Vielzahl namhafter Gäste mit an Bord. Wie Lassiter es schafft, durch die Genrevielfalt des Albums zu manövrieren, lest ihr hier.

Hochwertiger Funk mit mächtigem Sound

Wie auch bei seinen vorherigen Alben liefert Philip Lassiter mit Live In Love eine Art von „Hochglanz-Funk“. Die Produktion klingt insgesamt sehr hochwertig, komprimiert und rund. Für Fans des Oldschool Funk und Souls könnte die Platte aufgrund des Sounds vielleicht etwas zu clean und damit unauthentisch wirken. Mir persönlich gefällt die Produktion, da der Sound sehr wuchtig und breit daherkommt. Die Bläserarrangements sind geschmackvoll gesetzt und tragen zu einem schönen Gesamtklang bei.

Live In Love lässt sich zwar dem Funk zuordnen, bedient aber auch die Bereiche Soul, Pop, Rock und Reggae. In dem ersten Song Make America Love Again ist ein Merkmal zu hören, das uns im Verlauf des Albums häufiger begegnen wird: Die markanten mehrstimmigen Prince-a-like Vocals, wie sie beispielsweise auf Art Official Age zu hören sind. Zusammen mit den tighten Drums und der schön akzentuierten Rythm Section bietet Make America Love Again einen kleinen Vorgeschmack auf das, was die Hörer:innen auf den nächsten Tracks erwarten wird.

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Zwar steht der Refrain für meinen Geschmack durch seine Rock-Pop-Harmonik etwas in Kontrast zum Vers, doch insgesamt überzeugt insbesondere der Groove des Songs. Mit Charles Jones als Sänger, bekannt durch diverse Kollaborationen mit Scary Pockets, bekommt der Song einen souligen Touch. Die Horn Section überzeugt hier mit einem sehr geschmackvollen Einsatz.

Facettenreiche Gastmusiker:innen

Im Verlauf des Albums wechseln sich (Neo-) Soul, Funk, Reggae und Rock Nummern ab. Alle Songs sind insgesamt sehr solide. Durch die Gastbeiträge von unter Anderem Durand Bernarr, Lavance Colley, Munir Hossn sowie dem vielfach ausgezeichneten Komponisten Juan Luis Guerra kommt eine tolle musikalische und stilistische Vielfalt zustande. Die Bläserarrangements passen sich dem jeweiligen Genre an und ergänzen die Songs gekonnt.

Live In Love

Meine Lieblingsnummer auf dem Album ist Light Me Up. Ich bin nicht nur großer Fan des Sängers Lavance Colley, insgesamt überzeugt der Song durch ein schönes Streicher- und Bläserarrangement mit einem 90-er Jahre R’n’B Groove. Das Highlight des Tracks ist wahrscheinlich das Mundharmonika Solo á la Stevie Wonder. Doch auch Babayaga mit seinem laid back gespieltem Neo-Soul Drums und jazzigen Gesängen oder Repent, eine eindeutige Hommage an Tower of Power, sind Favoriten des Albums.

Auf Live in Love erkunden Philip Lassiter und seine Crew einen Regenbogen von Farben innerhalb des Funks. Mit einem Fuß fest im Old-School-Funk verankert, schreitet Lassiter auf jedem der zehn Tracks selbstbewusst in eine andere Richtung. Das Ergebnis überzeugt durch tiefe Grooves, treibende Bläser und gelungene Gastbeiträge von talentierten Musiker:innen.

Mehr über Philip Lassiter erfahrt ihr auf Spotify, Facebook, Instagram, seiner Website und YouTube.

Fotocredits: LEOPARD Records