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Norden Festival 2025 – Spätsommer Vibes an der Schlei

Auch in diesem Jahr waren wir ein Wochenende beim Norden Festivals in Schleswig. Erneut zeigte sich, dass dieses Festival mit einem ausgewählten Programm der perfekte Ort zum Entdecken und Genießen von Musik, Kunst und Kultur ist. Von neuen Acts bis zu fast vergessenen Lieblingsbands aus der wilden Party-Zeit war das Lineup wieder perfekt zusammengestellt. 

Wir haben uns entspannt über die Königswiese treiben lassen und der Rückblick zeigt: ein echtes Genuss-Festival, das ohne Stress und Hetze wie ein Kurzurlaub wirkt.  Hier unser kurzer Blick auf das Lineup von Freitag, den 29.08. bis zum Samstag, den 30.08. auf dem Norden Festival 2025. Für euch vor Ort: Sandra Schink mit der Kamera und Caro Schwarz, zwischendurch auch mit Mikro im Gespräch gesichtet.

Joschu
Neuer deutschsprachiger Pop zwischen Folk und Elektro. Der Mittzwanziger aus Hamburg hat mit seinen Bandkollegen am Keyboard die Besucher an der Gartenbühne auf jeden Fall begeistert. Ein schöner Einstieg für uns in das Wochenende.

Neeve
Sie sind wohl die Senkrechtstarter dieser Tage. Eigentlich keine Newcomer mehr, hatten Neeve ihre letzte Show vor Schleswig in Shanghai. Das Quartett ist gerade kürzlich aus Stuttgart nach Hamburg gezogen und wurde von einem eigenen Fanclub begleitet. Die Gruppe tanzte und sang textsicher das gesamte Set mit. Die Band: ein cooles Quartett, das an die Rockbands der 60er und 70er erinnert. Der Stil und die Performance von Felix Seyboth erinnerte wirklich sehr stark an Jim Morrison. Die neue Single Freak Out überzeugt durch Tempo und Eingängigkeit. Einfach gute Musik und ein sehr sympathischer Auftritt. Später haben wir die vier Musiker noch auf ein kurzes Gespräch getroffen. Vielleicht gibt es Auszüge im kommenden Podcast.

Nach einem kleinen Gang über die Festivalmeile mit Blick ins Kino- und das Kultur-Zelt stand dann am Freitag bereits der dritte Act auf der Bühne: eine Musikerin, die in Schleswig aufgewachsen ist und nun beginnt, auf großen Bühnen zu begeistern. 

Lara Hulo 
Das Set von Lara Hulo war so viel sei direkt verraten: einfach großartig. Mit gewohnt ehrlichen Worten brachte die Musikerin auf den Punkt, was uns bewegt: Zuviel toxische Männlichkeit, zu wenig Verbindlichkeit und wenn man sich dann mal seinen eigenen Gefühlen stellt, wird man direkt wieder betrogen. Alles frei raus und so offen formuliert, dass es vielleicht nicht allen Festival-Besuchenden gefiel, aber uns. Denn Lara Hulo sollte man zuhören.

Der Samstag startet mit kleinen sportlichen Aktivitäten. Die Besucher*innen hatten ab 14h die Wahl zwischen Yoga, Kajak, Rudern oder Stand Up-Paddling. Letztes mehr zum Ausprobieren. Danke an die Dannewerkschule für diese Tour. Wir hatten dieses Jahr Spaß an Land und auf dem Wasser. Dann ging es am frühen Nachmittag mit Musik weiter.

Folk-Pop, RnB und 90er Rock an der Schlei

Lemony Rug
Der Hamburger Musiker hat an diesem ersten Norden Festival-Samstag die Gartenbühne eröffnet. Wie schon zuvor bezeichnete er die kleine Spielstätte an der Schlei als die schönste Bühne der Saison. Die entspannte Atmosphäre seiner Songs breitet sich vom Strand bis zum Steg aus. Nur in Begleitung seiner Bassistin Hanna Wiese spielte Lemony Rug neue und bekannte Stücke. Ich mag die neue Single Lenny, aber nichts geht über Pack Your Bags an einem sonnigen Wochenende. Wer den Musiker auch gern live erleben möchte, hat am 29.11. in Berlin und am 30.11. in Hamburg die Chance hierzu.

Bei einem kurzen Gang über das Gelände fiel wieder auf, mit wieviel Liebe all die kleinen Details wieder für das Festival ausgerichtet waren. Da war der Kunstmarkt am Kanal, die zahlreichen Holzhäuschen im skandinavischen Rot mit Essen, Kleinkunst und Informationen zu nordischen Reiseländern. Das Lüttland mit vielen Angeboten für die kleinen Gäste zum Toben, aber auch zum Ausleben der eigenen  Kreativität. Wobei ich mich frage, ob die Kids wirklich noch wissen, dass die schwarzen Scheiben, die bemalt wurden, auch Musik machen?

Robine
Der nächste Act war Robine. Die Niederländerin, die inzwischen in Hamburg lebt, hatten wir zuletzt beim Klangkosmos Festival im Juni erlebt. Hier zeigte sich, dass ihre Musik auch unter freiem Himmel ihre ganze Schönheit entfalten kann. Eine tolle Stimme, von der wir sicher noch viel hören werden.Robine ist ab Oktober auf Tour. Tickets gibt es
hier.

Vor unserem letzten Act des Tages, dem Festival-Highlight des ersten Wochenendes, nutzten viele noch die Gelegenheit, sich mit Essen und Getränken zu versorgen. Doch inzwischen waren die Schlangen an den Ständen lang. Es war aber auch schön, dass dieses kleine, mit viel Liebe kuratierte Event so gut besucht war.

Selig – Licht und Nebel

Selig
Headliner des ersten Festival Wochenendes waren Selig. Die Rockband, die bereits Mitte der 90er begeistert hat, zeigte sich in viel Nebel und rotes Licht gehüllt. Sofort machte sich die jahrelange Bühnenerfahrung bemerkbar. Routiniert und mit perfekter Show versetzte uns diese Band knapp 30 Jahre zurück. Auch wenn ich das Gefühl hatte, dass die ersten drei Stücke klassisch auch oder vielleicht ganz besonders für die anwesende Presse gespielt wurde, war die Erinnerung an die Zeiten zwischen Tapedeck, CDs-Player und langen Nächten in Diskotheken wieder da. Mit bekannten Stücke, wie Ist es wichtig, Mädchen auf dem Dach oder Sie hat geschrien, wurde das Konzert eine Feier von vielen Erinnerungen. Manche fragten sich sicher, wo denn die Zeit geblieben war. Viele feierten einfach den schönen Moment.

Vom Zeitsprung in den Lichttunnel

Während Selig noch ihre letzten Stücke spielten, wanderten wir durch den Lichttunnel am Kanal und haben den schönen Abend genossen.Am Sonntag mussten wir leider bereits wieder heimwärts. Somit haben wir u.a. die tolle Performance von King Josephine und Cats & Dinosaurs verpasst. Aber manchmal muss man gehen, wenn es am Schönsten ist. 

Was dieses Jahr anders und daher besonders schön war

Die große Wiese gewann mit dem Riesenschaukel eine neue Attraktion und wurde noch mehr zum Platz zum Verweilen. Die Lichtshow der Segelboote auf der Schlei vergrößerte unsere Reiselust nach fernen Ländern und sorgten für einen schönen abendlichen Ausklang am Strand.

Was bleibt, ist der Blick auf viele kleine und große schöne Momente mit Lieblingsmenschen auf einem Festival, das für uns mehr ist als ein Musikfestival. Das Norden Festival ist seit Jahren ein Ort um Musik zu genießen, zu entdecken, aber auch in neue Kunst und Kultur reinzuschauen. Von Lesungen, über Filme bis zu Handwerkskunst ist alles dabei. Für große und kleine Besucher*innen. 

Zum Abschluß gibt es auch dieses Jahr wieder unsere Liste mit Punkten, warum ihr das Norden Festival besuchen solltet:

  • Stress und Hektik bleiben daheim: hier kannst du entspannt das Programm und das Drumherum genießen 
  • Triff dich mit Freunden und starte den Festivaltag auf dem Steg in der Sonne
  • Lass das Handy in der Tasche: den Sonnenuntergang auf dem Hügel an der Bar genießt du besser mit einem Drink in der Hand
  • Musik, die schon lange oder musst du hören? Hier geben sich alte und neue Lieblingsbands das Mikro in die Hand
  • Sport und Spaß zum Ausprobieren oder Wiederentdecken: Yoga,  SUP, oder Minigolf – alles geht, nichts muss. 
  •  Licht, Liebe und Wasser sind immer nah und machen den Norden Vibe aus    
  • Nimm dir eine Erinnerung mit nach Hause. Ob Merch oder ein Souvenir an einer der kleinen Buden 
  • Nachhaltigkeit ist hier mehr als ein Wort. Die Selbstverständlichkeit mit dem echtes Geschirr auf freier Fläche achtsam genutzt wird ist ebenso bemerkenswert, wie die Möglichkeit sich das eigene Shirt mit dem Norden Motiv zu bedrucken 
  • Schnell zur Unterkunft, um etwas zu holen? Die Donkey Bikes stehen immer für einen schnellen Ride bereit. (Mitreisende Spinnen leider vielleicht auch)
  • Tage später noch Sand in den Schuhen und Musik in den Ohren haben? Geht es besser? Wir finden nicht. 

Fazit: Zieht euch jetzt noch schnell eines der limitierten Frühbucher-Tickets für das kommende Jahr. Dann könnt ihr uns an einem der Wocheneden auf den Königswiesen in Schleswig treffen. Vom 27.08. – 06.09.2026 findet wieder das Norden Festival statt. 

Fotocredit: Sandra Schink