Larry Mitchell, Juni 2017, Hamburg; Copyright Sandra Schink

Viel neue Musik und tiefe Einblicke in die Musikszene gab es in 2017 bei Musicspots. Das Jahr war wieder geprägt von Musik, die so vielfältig war, dass sie kaum in ein paar Zeilen zu quetschen ist. Es gab jede Menge Überraschungen durch Neuerscheinungen, tolle große und kleine Konzerte, Konferenzen und Open Air Veranstaltungen. Es gab persönlichen Austausch mit Musikschaffenden und Musikliebhabern und Blicke hinter die Kulissen. All dies war so prägend für den weiteren Musikgenuss, dass dieser Jahresrückblick ein wenig anders ist.

Musik bewegt, belebt und regt zum Nachdenken an

Es gibt dieses Jahr keine TopTen, keine Bewertung von Hits, Tops oder Flops. Statt dessen bietet der Musicspots Jahresrückblick eine buntes Gemisch aus lauten und leisen Tönen in einer Playlist, die genauso vielfältig ist, wie meine Musiksammlung bei Musicspots. Es gab nämlich Neues von großen bekannten Bands und ganz Neues von kleinen Künstlern, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen. Besonders diese Newcomer haben das Spotlight in Musicspots besonders verdient. Denn in so manchem Gespräch ist mir sehr deutlich geworden, dass der Weg hinaus auf die Bühne heute noch steiler und länger ist als früher. Wir Musiklieberhaber können heute dank Streaming unsere Musik noch leichter genießen. Für die Künstler ist es jedoch noch schwerer, gehört zu werden in der Masse der Angebote. Geht der Trend von der langjährig gefeierten Musiklegende hin zum kurz aufblitzenden Newcomer? Ich hoffe nicht, denn gerade diese Gigs haben mich dieses Jahr mehr beeindruckt, als die Großes es je gekonnt hätten.

Highlights im Rückblick

Dan Owen, März 2017 Hamburg; Copyright: Sandra Schink

So richtig begonnen hat das musikalische Jahr erst mit dem Soundkuchen in der Hamburg Superbude im März. Großartig und beachtenswert war das Konzert von Dan Owen mit der Hamburger Newcomer Band Gløde beim Hutkonzert und im Interview. Wie startet man als Newcomer, welche Tipps gibt es und welche Bedeutung haben Facebook und Co. auf dem Weg auf die Bühne? Dieser Auftakt machte Lust auf mehr neue Musik und Gespräche über Musik mit Musikern und Musikschaffenden und Musikliebhabern. Nächster Stopp war somit im Juli das Gartenkonzert mit dem Gitarren-Virtuosen und Musik-Produzenten Larry Mitchell. Ein Austausch über die Veränderungen des Musikhörens und die Vielfältigkeit von Musik.

Dan Owen, März 2017 Hamburg; Copyright: Sandra Schink

Wort & Musik von großen und kleinen Künstlern

Die Vielfalt der Hamburger Musikszene konnte ich mit Musicspots dann auch direkt im Juli erleben. Bei einem Café in der Schanze durfte ich mit der Hamburger Musikerin Miu vor dem Release ihres Albums plaudern. Miu überzeugte mich nicht nur durch ihre Musik und ihre natürliche Art. Der von ihr initiierte Künstlerinnen-Zusammenschluss Ladies Artist Friends mit dem Ziel sich gegenseitig zu unterstützen, hat mich beeindruckt. Ein schöner Nachmittag in der Sonne, ein tolle Pre-Release Konzert und ein tolles Release Konzert mit viel Soul in der Stimme. Und dann gab es ja im Sommer noch das Reeperbahnfestival mit Unmengen an großen und kleinen Künstlern, mit denen man unkompliziert ins Gespräch kam, die man feierte und deren Musik immer wieder weiterzuempfehlen ist. Wer zum Beispiel Turtle Bay Country Club, die mit ihrer Cook ’n‘ Dub Session für Furore sorgten, verpasst hat, sollte mal die Ohren spitzen.

HipHip, Hafenliebe und Hanseatischer Pop

Larry Mitchell, Juni 2017, Hamburg;
Copyright Sandra Schink

Nach ganz viel Singer & Songwriter und Pop Musik und eher souligen Klängen, gab es dann im November noch eine musikalische Überraschung: HipHop aus Hamburg! Der zweite Sampler von Th3 Crumble brachte gleich mehrere spannenden Künstler mit sozialkritischen Texten heraus. Ich dachte meine Hiphop Zeiten wären vorbei, aber da geht noch was!  Noch ein neues Fenster mit Blick hinter die Kulissen eröffnete sich mit der Operation Ton mit Austausch und Diskussionen über Musik. Ein tolle Veranstaltung mit Livemusik und Performances. Hamburg zeigte sich musikalisch wild und willens, dem Zwang des ewig Gleichen zu trotzen. Und das zeigte im Kukuun auch die Newcomerin Fräulein Frey bei ihrem Release-Konzert zu ihrem Debütalbum „Hallo Leben“. Hanseatischer Pop und eine tolle Stimme. Da musste das Publikum gar nicht lange überredet werden mitzufeiern.

Hamburg  – meine musikalische Plattenkisten

Miu , August 2017, Hamburg; Copyright Arne Vollstedt

Hamburg hat 2017 für Musicspots wieder gezeigt, was es musikalisch zu bieten hat. Klar hat die Stadt seit Januar die Elphi mit jeder Menge toller Programmpunkte. Die wirklich spannenden Dinge passierten meiner Meinung nach aber weiterhin auf den kleineren Bühnen. Nach den Gigs finden hinter den Kulissen und an den Bars viele spannende Gespräche statt, die Musik weiter entwickeln. So wird sich auch im kommenden Jahr hier auf Musicspots weiterhin alles um die Entdeckung von neuer Musik, der Veränderung von Musik im Wandel der Zeit und dem Einfluss der „neuen“ Medien drehen.

Musikalischer Ausblick für 2018

Fräulein Frey; November 2017,
Hamburg; Copyright: Sandra Schink

Aufgrund der Vielzahl an Angeboten konnte ich nicht jedes Konzert besuchen. Erste Empfehlungen für 2018 sind bereits auf meiner Playlist zu finden. Liz & Kay, habe ich leider noch nicht live gesehen und Magnus Landsberg muss ich auch noch mit seinen eigenen Songs erleben. Nachhaltig beeindruckt hat mich auch Puder, Rhonda und Kiddo Kat. Auch Ticos Orchester, habe ich dieses Jahr nicht mit neuer Besetzung gesehen und Falk ist nun solo mit neuem Programm unterwegs. Die ersten Tickets für das kommende Jahr sind bereits gekauft und in den Hamburger Lieblingsclubs: Kukuun, Mojo, Knust, Fabrik und  Nochtspeicher wird es auch im kommenden Jahr wieder tolle Konzerte geben. Und wahrscheinlich wird Musicspots in 2018 die neue Musik auch außerhalb von Hamburg entdecken.

Bis dahin gibt es hier aber erstmal, wie versprochen, eine bunte Playlist mit Musik, die Musicspots dieses Jahr entdeckt hat. Viel Spass beim Durchhören.

 

Spezieller Dank geht zum Ende des Jahres nochmal an die tolle Fotografin Sandra Schink, die mich bei Dan Owen, Larry Mitchell und Fräulein Frey begleitet hat und so viele schöne Augenblicke vor und hinter den Kulissen eingefangen hat. Danke auch an Arne Vollstedt, der das Pre-Releasekonzert von Miu fotografierte. Empfehlen möchte ich noch den tollen Podcast Raketerei über Frauen im Musikbusiness.
Und allen, deren tolle Tipps dieses Jahr nicht ausführlich Gehör finden konnten, sei gesagt: im kommenden Jahr geht es auf jeden Fall hier musikalisch weiter!

Ihr habt noch Tipps für Musicspots? Immer her damit!

Copyright: Titel: Sandra Schink aufgenommen beim Release Konzert von Fräulein Frey, November 2017 in Hamburg, weitere Bilder, wie angegeben von Sandra Schink und Arne Vollstedt.

 

2 Responses to Musicspots musikalischer Jahresrückblick 2017

  1. Peter Jebsen sagt:

    Außer Kiddo Kat kenne ich keinen der genannten Künstler – aber sie finde ich ebenfalls klasse!

  2. […] Schickt eure Tipps gerne an Musicspots per Mail. Vielleicht findet ihr eure Neuentdeckungen dann im Jahresrückblick 2018 […]

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