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MUSICSPOTS Jahresrückblick 2022 – Neue Musik, Konzerte und Technik

Was macht das Musikjahr 2022 bei MUSICSPOTS aus? Was hat uns bewegt, begeistert, welche neuen Acts wurden entdeckt, welche Alben gehört, welche Konzerte besucht und welche Lieblingssongs haben uns durch das Jahr begleitet? Wir nehmen uns Zeit für eine Zusammenfassung des Jahres und einen Ausblick in 2023.

In den vergangenen Jahren haben wir unsere Eindrücke jeweils einzeln verfasst. Dank des beständigen Wachstums des Redaktionsteams gab es 2020 zwei Artikel (Dirk / Caro) und 2021 bereits einen dreiteiligen Rückblick (Miriam / Dirk / Caro).  Da das freie Redaktionsteam bei MUSICSPOTS inzwischen aus vier Redakteur:innen und zwei Fotografinnen besteht, haben wir uns entschieden, den Rückblick  2022 so zu gestalten, wie wir arbeiten: gemeinsam, zusammen. Daher hier die Rückblicke von Dirk Kippermann, Miriam Busse, Larissa Kempenich, Jennifer Ploog, Sandra Schink und Caro Schwarz in einem Artikel.

Vielfalt – Teilhabe – Konzerte

2022 war viel los. Rückblickend zeigt sich das Musikjahr auf MUSICSPOTS vielfältig und bunt, was gleichzeitig das Team widerspiegelt und die Unabhängigkeit der Themenauswahl zeigt. Mit Berichten über nachhaltige Veranstaltungsformate und den stetigen Einfluss der Technik und der aktuellen Situation auf die Branche, sind wir unserer Prämisse treu geblieben uns auch News zu widmen, die über Musik-Reviews hinausgehen. Mit der Community und Planet MUSICSPOTS haben wir kleine, feine Orte für den gezielten Austausch neben den üblichen Kanälen geschaffen.

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The Monophonics im Knust Hamburg by Caro Schwarz

Leider wird auch in diesem Jahr deutlich, dass wir nicht müde werden dürfen, über Themen wie Diversity, Gender Equality und faire Gagen zu reden, denn Selbstverständlichkeit ist hier noch lange nicht erreicht. In Interviews und Gesprächen hinter und neben den Bühnen sehen wir bereits kleine Veränderungen, die aber noch nicht das erhoffte 50/50 Ergebnis zeigen. Deutlich macht dies die im September veröffentlichte Recherche Gender in Music – Charts, Werke und Festivalbühnen. Die gemeinsame Veröffentlichung der Malisa Stiftung in Kooperation mit der GEMA und Music S Women* untersuchte die Geschlechtergerechtigkeit in den Charts, in Werkanmeldungen der GEMA und auf Festivalbühnen. 

Nach der langen Pause seit dem Frühjahr 2020 waren die Lockerungen und der Wegfall der Auflagen in diesem Jahr für den Livemusik-Bereich mehr als überfällig. Das war gleichermaßen anstrengend und immer wieder schön für uns alle. Gefühlt ging erst nichts, dann alles gleichzeitig. Leider mussten wir dann feststellen, dass wir einige Hardcore-Konzertfans auf ihren kuscheligen Sofalandschaften verloren haben. Doch der Blick zurück zeigt: Das Jahr hatte viele schöne Momente und Highlights, die wir mit euch teilen wollen.

2022 – die Redaktion blickt zurück

Caro: Ein Jahr im Dauersprint. Als sich die Türen der Clubs im Frühjahr endlich wieder öffneten, war ich gefühlt ständig unterwegs. Ich habe mich in meinen Lieblingsclubs vor Bühnen gestellt und tolle Konzerte erlebt. Ich war auf einigen Open Airs und habe mich neben den klassischen Musikbühnen ausgetauscht und engagiert. Rückblickend bin ich unfassbar dankbar für das tolle, stetig wachsende Team und Netzwerk um MUSICSPOTS herum. Immer wieder werden wir eingeladen, dabei zu sein, wenn etwas Besonderes passiert. Ich habe mehr Gespräche über Musik, Musikmachen und das aktuelle Geschehen geführt, als ich veröffentlichen konnte und habe immer wieder gemerkt, dass dieser persönliche Austausch keine Selbstverständlichkeit in unserer schnelllebigen Zeit ist. Danke euch allen.

YĪN YĪN live in Hannover
YĪN YĪN live in Hannover by Miriam Busse

Dirk: Das erste richtige Jahr ohne Konzertverschiebungen und Beschränkungen durch die Pandemie. Open Air Veranstaltungen, die Lust auf mehr geweckt haben und viele Hoffnungen für die Clubs. Jedes Jahr aufs neue, so auch 2022, ist es erstaunlich ,welche Acts ich live und bei MUSICSPOTS entdecke. 

Larissa: Dieses Jahr war es in Bezug auf Konzerte etwas ruhiger für mich. Dafür konnte ich neue Künstler:innen online entdecken, die nicht nur in meinen meistgehörten Genres tätig sind, was den musikalischen Horizont erweitern konnte. Außerdem durfte ich bereits in meinem ersten Jahr bei MUSICSPOTS viele spannende Künstler:innen interviewen, wie Anoki und Madeline Juno.

Miriam: Mich freut es sehr, dass in diesem Jahr wieder viele Festivals und Konzerte stattfanden und ich für MUSICSPOTS ein paar Acts persönlich treffen konnte. Es bleibt jedoch spannend, wie die Musiklandschaft mit den Nachwirkungen von Corona umgeht. 

Jenny: Nachdem das Jahr für mich etwas langsamer begann, verwandelte es sich dann doch in einen Dauerlauf. Ich bin sehr dankbar, seit diesem Jahr ein Teil von MUSICSPOTS sein zu dürfen und war auf dem ein oder anderen Konzert in Hamburg und in Berlin im Einsatz. Eins meiner Highlights war auf jedem Fall der Sprint über das Reeperbahnfestival in einen großartigen Team. Aber auch der Abend „Fine Music + Wine“ in der Weinbar Mojowine war ein wundervolles Erlebnis. Ein buntes Jahr voller Erinnerungen.

Sandra: Es liegen insgesamt heftige Jahre hinter uns und 2022 war in vielerlei Hinsicht “noch eins on Top”, weshalb ich mich aus vielen Aktivitäten zurückgezogen habe, wenig unterwegs war und nur dank MUSICSPOTS das eine oder andere Konzert erlebt habe. Umso glücklicher bin ich, dass wir jetzt mit Planet.MUSICSPOTS.de im Fediversum eine Plattform geschaffen haben, auf der Musikschaffende und die Music Community sich begegnen, diskutieren, sich vorstellen, austauschen können, denn ich bin noch nicht sicher, ob die Musikbranche 2023 wieder voll durchstarten wird. 

KBCS & Thomas D Elbjazz 2022 by Caro Schwarz

Die besten Konzerte & Festivals:

Caro: Hamburg hat Soul: Mamas Gun, Monophonics, Nathan Johnston & The Angels of Libra, Tanika Charles, dazwischen viele kleinere Acts, die ebenso großartig waren. Zusätzlich ein wenig Festival-Feeling und Open Air-Luft geschnuppert u.a. bei Jan Delay, dem Norden Festival, dem Elbjazz Festival und dem dem Reeperbahn Festival. Letztes erstmals mit dem 3er Team, was super war. Dazu noch das Wo*men on Stage bei Lüneburg. Mehr ging nicht.

Dirk: Balbina im Admiralspalast Berlin, Press Club im Cassiopeia Berlin, ZwischenDeckundTape Festival, Winter acoustics in der Elbphilharmonie

Miriam: FFF in Renkenberge (Tanz & Dance), Madison Cunningham im Nochtspeicher, Red Hot Chili Peppers im Volksparkstadion, KIZ in der ZAG Arena

Larissa: Das Fintarei Festival, Panama Open Air und natürlich die erste Ausgabe des DCKS Festivals!

Jenny: Oh, da fällt mir einiges ein. Coldplay im Olympiastadion – nicht nur ein Konzert sondern ein Erlebnis / Luca Fogale im Häkken – so intimate, dass man zum Teil selbst eine Stecknadel hätte fallen hören können / Brett Eldredge in Berlin – nicht nur aus fotografischer Sicht ein Highlight zu sehen, wie professionell und passioniert er und seine Band sind / RBF – viele kleine Highlights und Entdeckungen / der Nachmittag bzw. Abend um das “Knack den Krebs” Event – wie aus “ich komme mal kurz vorbei” dann 6 Stunden werden > zusammengefasst bleibe ich bei meinem Motto “collect moments not things”

Ian Fisher by Jennifer Ploog

Sandra: Mein persönliches Konzert Highlight waren Flo Mega & The Ruffcats im Nochtspeicher, einfach weil sie wieder zusammen spielen und zusammen eben auch am besten sind. Funky, groovy, Flo mit noch etwas kratzigerer Stimme, die Ruffcats in Hochform.

Alben des Jahres:

Caro:
Nathan Johnston & The Angels of Libra
Phoenix – Alpha Zulu
Lady Wray – Piece of Me
Tanika Charles – Papillon de Nuit: The Night Butterfly 

Dirk:
Wim – Boxer
Jackie – Hey Angel
As December Falls – Happier

Miriam:
Madison Cunningham – Revealer
Lee Fields – Sentimental Fool
Saitün – Al’ Azif

Larissa:
Drake – Her Loss

Jenny:
Marcus Mumford – self titled
Brett Eldredge – Songs about you
Moncrieff – die Warm EP
Matt Nathanson – Boston Accent 

Sandra: Da falle ich dezent aus dem Rahmen, weil ich eins wiederentdeckt habe: In der Plattenkiste meiner Mutter meiner erste selbst gekaufte LP von 1987: Blueprint von den Rainbirds

Flo Mega by Sandra Schink

Songs des Jahres:

Caro: Nathan Johnston & The Angels 0f Libra – Curtis Do You Wanna be Star
Ein toller Song, bereits das Intro ist unfassbar gut

Dirk: Katie Gregson-MacLeod – Complex

Miriam: Red Hot Chili Peppers – ‘Let Em Cry

Larissa: Vita – Benimm dich

Jenny: Perfect – Moncrieff; Evergreen – Luca Fogale 

Sandra: Sharon Kovacs hat mit „Not scared of giants“ meine morbide 2022-Mood gespiegelt, und ich lieb‘s. Könnte auch prima zum Wednesday-Soundtrack gehören.

Tanika Charles by Jennifer Ploog

Video des Jahres:

Caro: Onejiru – Shake Some Action

Eine Künstlerin unfassbar gutes Storytelling, Performance und Hammer Wandlung durch Hair & Makeup

Dirk: Paramore – This Is Why

Wenn eine meiner Lieblingsbands wieder auf die Bühne zurückkehrt ist das großartig und zugleich unerwartet. Einmal bereits live in den Genuss gekommen Paramore zu sehen. Dieser Song und die Nachfolge Single The News zeigen wie abwechslungsreich diese Band ist. Für mich ein Inbegriff für rockigen Indiesound.

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Fotocredit: Dylan by Jennifer Ploog

Miriam: Polyphia feat. Steve Vai – Ego Death 

Diese Band revolutioniert die Math Rock und Metal Szene. Tim Henson an der Gitarre ist einfach ein Biest – genauso wie alle anderen Musiker aus der Truppe.

Larissa: Amber & the Moon – Her Ghost

Das Video zeigt eindringlich eine endende Beziehung und den Schritt zurück zu sich selbst. Sowohl die Farben, Schauspieler:innen und Klänge des Liedes ergeben dabei ein in sich geschlossenes, stimmiges Bild.

Sandra: Peter Fox – „Zukunft Pink“ (feat. Inéz)

Weil es im richtigen Augenblick den Optimismus transportierte, den wir alle mal brauchten.

Jenny: Die Fantastischen Vier – Krieger 2022

Einfach weil ich den Song so mag & er irgendwie immer wieder aktuell ist. Zusätzlich stimme ich Sandra voll zu.

MUSICSPOTS Ausblick 2023:

Caro: Bereits jetzt gibt es zahlreiche Ankündigungen für neue Alben, auf die ich mich freue und die oft bereits mit Konzertankündigungen daherkommen, die die Vorfreude auf das Musikjahr 2023 steigern (u.a. Ian Fisher, Blond, YellowStraps, Teresa Bergman). Dazu freue ich mich auf noch mehr direkten Austausch online und offline und werde weiter Neues ausprobieren. Besonders in der MUSICSPOTS Community und auf Planet MUSICSPOTS wird es viele News geben. Seid gespannt.

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Ghostly Kisses by Dirk Kippermann

Dirk: Freue mich auf die einzigartigen Stimmen von Birdy in Hamburg und Katie Melua in Brüssel. Große Hoffnung habe ich außerdem auf ein neues Album von Paramore.

Miriam: Ich habe bereits ein paar Konzerte auf dem Zettel und freue mich auf alles, was meine Lieblingskünstler*innen im kommenden Jahr (hoffentlich) veröffentlichen werden.

Larissa: Obwohl es das erste Jahr ohne Beschränkungen war, habe ich leider kaum Konzerte etc .besucht. Das werde ich 2023 definitiv ändern und dabei hoffentlich viele neue und spannende Künstler:innen entdecken. Außerdem hoffe ich, dass ich auch 2023 wieder einige Bands & Künstler:innen interviewen darf, insbesondere im Rahmen von Fanklub

Jenny: Dermot Kennedy, Maggie Rogers & (hoffentlich) James Gillespie live in HH, das Einfangen von Momenten auf diversen Bühnen sowie tolle Begegnungen vor, hinter und neben den Bühnen

Sandra: Ich bin gespannt, wie sich das Fediversum entwickelt und denke, dass es sich für Musikschaffende lohnt, hier einzusteigen und am Ball zu bleiben, weil es wieder mehr realen Austausch statt purem Konsum fördert. Das wünsche ich mir generell für 2023: Dass Gemeinschaft und gemeinschaftliches Gestalten wieder wesentlicher wird. Mehr Orchester, weniger Solisten, quasi ;)

Jan Delay by Sandra Schink

Damit schließen wir den persönlichen Jahresrückblick 2022 und starten direkt ins neue Jahr. 

Generell bleibt es spannend, was 2023 bringen wird. Wie wird die Gesellschaft die kommenden Kulturangebote annehmen? Können Clubs wirklich überleben, wenn der Besucherschwund bestehen bleibt? Wo spielt die Musik in den kommenden Monaten und wer veröffentlicht die Stücke, die weit über die Studiotüren hinaus zu hören sein werden? Welche zunehmende Rollen wird die Technik in der Musikbranche einnehmen, wenn wir über Erfolge, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung sprechen? Auf MUSICSPOTS werden wir weiter berichten. Wir wollen neben Fragen über die Entstehung von Musik auch immer den Einfluss unserer Zeit auf die Musik betrachten.

Ihr wollt uns dabei unterstützen? Dann könnt ihr das jetzt via der Community über Steady tun oder ihr kommt einfach direkt für einen Austausch abseits von Meta und Twitter auf Planet MUSICSPOTS ins Fediversum und plaudert mit uns. Im virtuellen Backstage-Bereich ist der Kühlschrank immer gut gefüllt.