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Miu bringt uns diesen Herbst den neuen Soul aus Hamburg ins Plattenregal. Ihr Doppelalbum Modern Retro Soul, wird am 4. Oktober erscheinen. Der erste Single- & Videorelease zu So Much More zeigt bereits deutlich: Hier kommt spannende neue Musik zu uns. Songs, die mit Liebe zum Detail produziert wurden und Texte, so ehrlich, dass sie beim genauen Zuhören jedem unter die Haut gehen. Dieses Album ist nicht einfach nur das dritte der Hamburger Musikerin. Modern Retro Soul zeigt das Ergebnis einer spannenden Reise, zu der Miu zunächst alleine aufgebrochen ist. Eine Reise, auf der sie unterwegs ihr Team gefunden hat und mit dem sie gemeinsam das umgesetzt hat, was sie liebt: Moderne Soulmusik mit der feinen Note Retro & Vintage, die ich so schätze.

Um euch das Warten auf das Album ein wenig zu verkürzen, hier ein paar Eindrücke von meinem Besuch im Studio Nord in Bremen und erste Empfehlungen für Modern Retro Soul, in das ich bereits reinhören durfte.

Hinter den Kulissen im Studio

Wieviel Arbeit in so einer Albumproduktion steckt, ist für uns Musikfans kaum ersichtlich. Einen kleinen Einblick konnte ich im Mai beim Besuch im Studio Nord in Bremen erhalten. Als Gast am letzten Studiotag, habe ich die Aufnahmen der Streicher begleitet. Mit Modern Retro Soul bringt Miu nicht nur direkt ein Doppelalbum auf den Markt, sie begeisterte mich vorab auch durch ihren Mut, das Album alleine zu produzieren. Finanziell durch ein Crowdfunding gestützt, kann man durch kleine Snippets auf den Social Media Kanälen das Entstehen des Albums quasi begleiten. Miu schafft es hier sehr sweet ihre Fans einzubinden, die Spannung aufrecht halten und ab und an auch mit einem ernsten Zwinkern in den Augen auf die ernste Situation unabhängiger MusikerInnen aufmerksam zu machen.

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Modern Retro Soul

Es ist ungewöhnlich frisch an diesem Dienstag im Mai, als ich vom Regionalbahnhof in Bremen zum Studio Nord gehe. Dieser Studiobesuch ist ein ganz besonderer. Es handelt sich um das älteste privat geführte Tonstudio im Norden. Ausgestattet mit einer großen Sammlung Original-Equipment aus den 50er Jahren, wie der einzigartigen Sammlung an Vintage-Mikrofonen aus den goldenen Zeiten der Tontechnik. Hier kann man fast spüren wie Rudi Carrell für Aufnahmen zur Tür hereinspazierte. Bis heute werden hier hochklassige Alben aus Pop, Soul, Indie und Jazz produziert. An der Wand hängen viele „alte“ und „neue“ Bekannte. Ich sehe an der Wand Scheiben von Bela B., Rhonda, den Sternen und Terry Hoax hängen. Ich weiß, hier sind die ersten Puder Session Tapes entstanden. Seit 50 Jahren wird hier Musikgeschichte geschrieben und dies wird sich so schnell hoffentlich nicht ändern.

Analoge Aufnahmen im digitalen Zeitalter

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Miu ist bereits in der Regie. Hinter der Scheibe im großen Studiosaal sitzen bereits Vera Schmidt (Violine), Mona Burger (Violine), Lucas Schwengebecher (Bratsche), Anni Eisold (Cello). Sie bilden das Quartett, das heute 5 Stücke einspielen wird. Die Aufnahme läuft bereits. Ich lausche dem Sound, der durch den Lautsprecher zu uns getragen wird. Nach der Begleitung der Puder Session Tapes von Catharina Boutari aka Puder Ende letzten Jahres, ist dies eine völlig andere Art der Produktion. Für Modern Retro Soul werden die Spuren einzeln aufgenommen. Getrennt werden die Instrumentengruppen und Gesangsparts analog im großen Saal eingespielt, später noch mit Effekten unterlegt und digital zusammengestellt arrangiert. Heute sind also die Streicher dran. Gerade für mich als ehemalige Violinistin ein extrem spannender Tag.

Musik richtig einfangen

Das Quartett ist perfekt für den Sound gewählt. Die Stücke werden in Abschnitten eingespielt. Mal vier, mal zehn, mal 15 Takte. Jeder Durchlauf dreimal, dann werden sie später übereinandergelegt. „So schaffen wir den Effekt eines ganzen Orchesters. Nur mit einer Aufnahme, würde das Ganze zu dünn klingen“, erläutert Miu meinen fragenden Blick. Es sind also die kleinen Töne zwischen den Noten, die dem Sound seine Fülle geben. Ich bin begeistert und höre noch genauer hin. Hier muss einfach jeder Ton sitzen. Stellen, die nicht wirklich passen, müssen noch einmal eingespielt werden.

Es klingelt. Nacheinander kommen die beiden Video & Fotografinnen Elena Zaucke und Tara Hagemann hinzu. Elena Zauckes Bilder sind mir bereits durch Mius Fotos bekannt. Sie schafft es immer wieder die Hamburger Musikerin in besonderen Augenblicken natürlich und schön einzufangen. Ob auf der Bühne oder, wie heute begleitend, im Studio. Mit Tara Hagemann wird Miu bereits drei Tage später nach Paris zum Videodreh fliegen. Was für ein Ziel, was für ein Vorhaben! Ich bin kurz ein wenig neidisch. Aber ich weiß: ein Videodreh ist kein Städte-Sightseeing-Trip. Es ist harte Arbeit.

Das Video ist inzwischen fertig produziert, das Album abgemischt. Ich durfte bereits in beides reinhören. Ohne euch zu viel zu verraten: Modern Retro Soul ist mehr als nur ein schönes Album. Es ist ein Doppelalbum, das die Vielfältigkeit der Hamburger Musikerin und die tolle Zusammenarbeit mit ihrem großen Team widerspiegelt. Miu zeigt uns gekonnt alle Facetten des Pop mit Soul. Modern mit einem Hauch Sixties. Tragende Blues-Nummern reihen sich an harten Rocksound und gehen über in epische Popschnulzen mit dramatischen Chören und Geigen. All dies mit Texten, die ehrlich sind, unter die Haut gehen und vielen von uns aus der Seele sprechen werden.

Musiker unter sich

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Zurück ins Studio: Es wird gescherzt, gelacht und dabei immer wieder auf den strengen Zeitplan geachtet. Studiotage kriegt man heute nicht geschenkt. Die fünf Stücke müssen am Ende des Tages eingespielt sein. Hochkonzentriert blickt Miu mit leicht zusammengekniffenen Augen auf die Noten in ihrer Hand. Dann schaut sie leicht skeptisch hoch und durch die Scheibe zu dem Streicher-Ensemble: „Sorry Leute, es war mir gar nicht bewusst, dass ich fast alle eure Stücke mit vier Vorzeichen geschrieben habe.“ „Das geht schon“, kommt die Antwort zurück. Hier sind Profis am Werk. Ich persönlich würde das nicht einspielen wollen, geschweige denn können. Die vier Streicher spielen ihre Parts jedoch mit der nötigen Eleganz und lassen das Volumen an den richtigen Stellen dramatisch an-und abschwellen. Auf Mius „Und jetzt mal richtig so Broadway“, wird noch einmal die gewünschte Schippe Kitsch obendrauf gelegt. Meine Geigenlehrerin hätte jetzt gesagt: „Das muss Fäden ziehen“. Hier kommt statt einem „Drama Baby, Drama“ am Ende ein ehrlich nordisches:
Perfekt Leudde, so klingt das gut.“ Hier sitzt wirklich sofort jeder Ton, man versteht sich ohne viele Worte. Musiker unter sich.

Danke, dass ich einen Tag hinter die Kulissen dieser umfangreichen Musikproduktion blicken durfte.

Q & A rund um Modern Retro Soul

Hier nochmal die schnelle Frage & Antwort Runde rund um das Album für euch.

Das Album erscheint am: 4.10.2019

Die MUSICSPOTS Favoriten sind aktuell: Easy, Partner in Crime und Wake me up. Aber ich liebe auch die erste Single So much More. Ich habe bei Be The Bigger Person regelmäßig Tränen in den Augen und werde meine Nachbarn mit FU very Much in den Wahnsinn treiben.
Ihr seht, das neue Miu-Album ist vielseitig und macht Spaß beim Hören. 

Produziert wurde in folgenden Studios: Studio Nord & Tonhotel

Drehort für das Video zu „So Much More“ war: Paris am Eiffelturm, an der Pariser Oper, an der berühmten Uhr beim Musée D’Orsay

Die Anzahl der Tage, vom Ende des Crowdfundings bis zum Albumrelease waren: Nervenaufreibend viele!

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Anmerkung d. Red: Hier wurde ein Doppelalbum, mit Videoproduktionen, CD und LP Pressung produziert! Lasst uns bitte die begleitende Fotoshootings, die vielen Proben, das Songwriting, Komponieren, das Booking und die Zusammenstellung eines ordentlichen Marketingplans nicht vergessen. Ach, erwähnte ich die kleinen Abstimmungen mit Promoagenturen, die das tägliche Brot der Indiekünstler sind? Hinter so einer Produktion ohne ein großes Label verbirgt sich so viel mehr Arbeit, als wir Musikfans oft erahnen. Ich möchte daher noch einmal für viel Respekt für alle KünstlerInnen bitten, besonders den unabhängigen; in den Zeiten des Musikstreamings, geht das oft unter.

Namedropping & ultimative Dankesrunde: 

Allen Menschen, die das Crowdfunding unterstützt haben, alle Musiker, Co-Writer und Co-Produzenten, Arrangeure.

Mit wem hast du die Songs geschrieben: Magnus Landsberg, Steffen Häfelinger, Kay Petersen, Mareike Plota-Neumann, Mark Smith, Tim Steiner und Jim Button

Die Musiker:
Gesang: SaraJane McMinn, Elin Bell, Mareike Plota-Neumann, Alex Klauck, Kay Petersen, Miu
Gitarre: Magnus Landsberg, Steffen Häfelinger, Arne Vogeler, Luka Sommerfeld, Kay Petersen und Miu
Streicher: Vera Schmidt, Lucas Schwengebecher, Mona Burger, Anni Eisold
Bläser: Lasse Grunewald, Pirkka Karppinen, Cameron Buma, Christian Gastl, Stephanie Lottermoser
Drums: Lars Plogschties, Alexander Klauck, Jonas Winkler, Robin McMinn
Bass: Tim Steiner, Daniel Stritzke, Mark Smith
Keys: Roman Schuler, Joscha Farries, Lutz Krajenski, Miu
Percussions: Patrick Huss

Anmerkung Miu: „Ich hoffe, das waren alle ;-), Eine vollständige Creditliste findet ihr natürlich im Booklet zum Album.“

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Helping Hands behind the Scenes:

Nicht zu hören aber immer rechtzeitig dabei waren:
Produzenten: Magnus Landsberg, Steffen Häfelinger, Kay Petersen, Mark Smith, Miu
Fotografin: Elena Zaucke
Video: Tara Hagemann, Aren Rocksien, Lukas Reubelt
Makeup: Anne-Marie Busch
Stärkung: Elbgold Kaffee, Fritz Kola, Ratsherrn, Hillke Schumacher

Als Miu beginnt mir die Liste der beteiligten MusikerInnen aufzulisten, staune ich: Das ist ja ein riesen Set geworden!
Auf Modern Retro Soul sind vier (4!) Schlagzeuger, vier (4!) Gitarristen, 3 Keyboarder, 2 Bassisten, 4 Bläser, 4 Streicher (die klingen wie 12), sowie 5 BackgroundsängerInnen und ein Percussionist zu hören.

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„Ja,“ sagt auch Miu,“es ist auf jeden Fall mehr geworden als erwartet. Ich habe mich ja nicht hingesetzt und gesagt, dass ich vier Schlagzeuger brauche. Das hat sich einfach so ergeben.“ Ich persönlich finde, das ist gut so. Es passt, es macht einen runden Sound.

Ich kann nur wiederholen: Ich freue mich auf den Albumrelease und das Konzert in Hamburg. Es ist unfassbar, das all dies nur mithilfe des Crowdfunding möglich war. „Ohne das,“ sagt Miu, „wäre dieses Album gar nicht möglich gewesen.“ Somit ist die Umsetzung des Doppelalbums Modern Retro Soul nicht nur der Beweis, dass Miu es allein geschafft hat, sondern auch der absolute Dank an ihre Fans, die immer an sie geglaubt haben.

Miu ist bereits mit aktuellen und neuen Songs auf Tour. Die große Release Party wird in Hamburg im Gruenspan am 10.10.19 stattfinden.

Miu on Tour 2019/20

17.08.19 Hamburg, Zentralbibliothek
29.08.19 Hamburg Hansa Varieté
20.09.19 Kiel, Kulturforum
10.10.19 Hamburg, Gruenspann
11.10.19 Berlin, Quasimodo
12.10.19 Schwerin, Speicher
17.10.19 Karlsruhe, Tempel
18.10.19 Kassel, Theaterstübchen
19.10.19 Minden, Jazz Club
21.10.19 Hannover, Pavillon
26.10.19 Münster, Hot Jazz Club
02.11.19 Husum, Speicher
14.11.19 Köln Salonfestival
07.02.20 Osnabrück, Lagerhalle
14.02.20 Bad Homburg, Speicher

Weitere aktuelle Termine erfahrt ihr auf ihre Facebookseite oder ihrer Webseite. News gibt es auch immer über Instagram und Youtube.

Freut euch auf die erste Single So Much More am 12.07.2019 mit Video. 

Fotocredit: Miu by Elena Zaucke

One Response to Miu – Erste Einblicke in Modern Retro Soul

  1. […] The Money?“ von Medien- und Musikanwälte sowie andere Branchenprofis und derMusikerin Miu geht es die Transparenz der Vergütungsstruktur innerhalb der Musikbranchen.Donnerstag um 16:00 […]

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