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Kiezkultur Festival – Rückblick auf den ersten Tag

Das Kiezkultur Festival ist ein Clubfestival in Hannover. Am 21.10. und 22.10.2022 fand diese Veranstaltung erstmals statt. Eine bunte Mischung aus vielen verschiedenen Musikgenres wurde dem Publikum geboten. Auf fünf Bühnen spielten über 40 Künstler:innen, Bands und DJs bis tief in die Nacht. Veranstaltet wurde dies durch den Verein Kiezkultur e.V. Meine Erlebnisse vom ersten Tag könnt ihr hier nachlesen.

Ein Indoor Festival während Kartenverkäufe rückläufig sind und Touren abgesagt werden. Dazu gehört eine Menge Mut, Ehrgeiz und Einsatz. Die Veranstalter haben all das bewiesen und die Clubkultur in Hannover-Linden belebt indem sie die Locations miteinander kombiniert haben. Auf dem Gelände der Faust mit dem Mephisto, der 60er-Jahre-Halle, der Safrans Bar und dem Indiego sowie dem Café Glocksee steppte zwei Tage lang musikalisch der Bär. Noch vor den Liveauftritten fanden zahlreiche Talks und Workshop, wie Siebdruck und Vinyasa Yoga statt. Diese wurden im Freizeitheim Linden und der Warenannahme der Faust durchgeführt. Aus zeitlichen Gründen war mir eine Teilnahme daran leider nicht möglich, obwohl die Diskussionsrunde zum Thema Clubkultur gerade in der momentanen Lage sicher spannend war. Mein Hauptaugenmerk galt somit vollkommen der Musik.

Wie bei jedem Festival dieser Art stand ich vor der Wahl der Konzerte. Beim Blick auf das Line-up ist lobenswert zu erwähnen, dass auch Künstler:innen aus Hannover berücksichtigt wurden. Da ich aber um die Livequalität von Serpentin und dem Duo der Gebrüder Ottolien weiß, habe ich mich ausschließlich für neue Acts entschieden. Als erstes standen Jacob Fortyhands aus dem niedersächsischen Lohne auf meinem persönlichen Timetable. Indie-Sound mit Britpop-Einflüssen und passenden Gitarrenklängen boten einen guten Auftakt. Weiter ging es mit gefühlvollem Folk und Pop durch die Band The Komets aus Regensburg. Besonderheit verlieh ihnen die Klänge des Cellos und eine wunderschöne acapella Nummer mitten im Publikum. Das Indiego Glocksee war zu dieser frühen Stunde noch eher spärlich besucht, aber gelohnt hat es sich für alle Anwesenden. Bandnamen, die ungewöhnlich sind erregen automatisch Aufmerksamkeit. So ging es mir mit dem nächsten Act.

Florian Paul und die Kapelle der letzten Hoffnung haben mich echt begeistert! Eine Mischung aus Pop, Jazz und Chanson mit deutschsprachigen Texten. Eine Stimme, der man einfach gerne zuhört, Texte zwischen Liebe, Erinnerungen, Hoffnung und das alles ohne Kitsch und überdrehte Gefühle. Anschließend ging es wieder im ersten Stock weiter beim Duo Wezn. Poppiger Elektrosound mit Synthesizern, Beats und gefälligen Melodien. Maischa und Paul, die diese Band bilden, versprühten Energie und ließen keinen Zweifel darüber froh Teil dieses Festivals zu sein. Weiter ging es im Mephisto, dem kleineren Club der Faust. Dort erwartete mich mit Girlwoman eine Musikerin, die ich beim Reinhören daheim sehr interessant fand. Melancholische Texte im Elektroformat. Für meinen Geschmack haben die Elektroklänge die Gesangsstimme zu sehr verdrängt. Allerdings änderte sich dies zum Ende des Auftritts und die Stimme stand wieder mehr im Vordergrund. Mein persönlicher Anspieltipp dieser Künstlerin ist Die Nacht, ein Song zum gefühlvollen Eintauchen in ihre Musik.

Der finale Act für mich waren MOLA aus München. Von Beginn an Power, Bühnenpräsenz und ein perfektes Zusammenspiel zwischen Band und Publikum. MOLAs Musik ist impulsiv, authentisch und unverblümt. Ok, ganz „unverblümt“ nicht, denn bei ihrem Song Rote Rosen kochte die Stimmung. Poprock auf Deutsch mit der leicht rauen Stimme von Sängerin Isabel und Texte, die glaubwürdig und direkt sind. Beeindruckt hat mich zudem das Publikum, da enorm viele Leute sich als textsicher erwiesen. Ein Auftritt, der eines Finales würdig war. Nach sechs Liveacts und sieben Stunden auf den Beinen endete für mich um Mitternacht der erste Tag mit vielen Eindrücken.

Im zweiten Teil erfahrt ihr alles über den zweiten Tag des Kiezkultur Festivals 2022. Auch ein Gesamtfazit zum Festival wird natürlich nicht fehlen.

Fotocredit: alle Bilder by Dirk Kippermann

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