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Henriette II. – Zwischen Barock, Pop und selbstbestimmter Liebe

Mit Henriette II. betritt eine Künstlerin die Bühne, die sich schwer in Schubladen stecken lässt. Mit einer klassisch geschulten Stimme, die mit elektronischen Klanglandschaften verbunden ist und eindringlichen Texten erschafft Henriette II. einen Sound, der gleichermaßen berührt und herausfordert. Ihre Musik ist ein Plädoyer für Tiefe in einer oft oberflächlichen Popwelt – und eine Einladung, genau hinzuhören.

Schon mit ihrer Debütsingle Chateau machte Henriette II. klar: Hier spricht jemand mit Haltung und einer klaren Vision. Sanfter Pop in deutscher Sprache, der zerbrechlich klingt. Dies ließ Fans an die Serie Bridgerton denken. Selber sagt die Musikerin: “Château ist zwar ein Lovesong, steht aber gleichzeitig symbolisch für einen Ort, an dem man seine eigene Königlichkeit spüren und die der anderen zelebrieren kann. So auch in ihrer zweiten Single Jane Austin. Ein Song für die Liebe zwischen zwei Flinta Personen und die völlig unangebrachte Reaktion männlicher Beobachter. Chanson oder moderne Kammermusik? Die Musikerin lässt es offen.

MIt ihrer dritten Single Viva La France verlässt Henriette II die sanften Pop Hymnen Es wird rockig. Die Texte fast frech, erzählt offen von der körperlichen Annährung über Sex. Das euphorische Vive La France als Refrain bleibt den Fans sicher im Ohr. Besonders nach zwei sanften Stücken, gibt die neue Single Fragen auf und uns die Gelegenheit bei der Musikerin nachzufragen. 

Henriette II. im Gespräch

Wie bist du zur Musik gekommen?
Klassische Antwort: Musik ist, seit ich denken kann, Teil von mir. Mein Dad, gut 60 Jahre älter als ich, konnte aufgrund des 2.Weltkrieges seine eigene Musikkarriere nicht verfolgen und hat von Anfang an Wert darauf gelegt, dass ich mich in dieser Hinsicht frei entwickeln kann, was meine Mom unterstützt hat. In der Jugend habe ich dann aufgrund einiger Schicksalsschläge gelernt, dass Musik für mich nicht nur Leidenschaft, sondern ein Lebenselixier ist. Das war auch die Zeit, in der ich begonnen habe, Songs zu schreiben und mich intensiv fürs Theater zu interessieren. Dass ich das eines Tages auch mal beruflich machen möchte, war immer schon klar, da es für mich kein Beruf, sondern Berufung ist und sich fast nie wie Arbeit anfühlt.

Wen möchtest du mit deiner Musik ansprechen?
Wer Bridgerton liebt, Indie-Pop à la Taylor Swift & Gracie Abrams feiert und nichts gegen eine Prise Pastellrebellion hat, wird sich in meiner Musik garantiert wohlfühlen. Ich wünsche mir sehr, dass meine Songs ein Safe Space für die Leute werden, in dem sie sich geborgen und angenommen fühlen können. Was zum Wegträumen, zum Leicht Fühlen, zum Energie tanken und Mut sammeln, zum „Ich selber sein“.

Obwohl Henriette II. auf deutsch angelegt ist, spürt man ganz deutlich die Einflüsse aus meiner Zeil in folky Nashville, zumal ich auch versucht habe, deutsche Sprache ein bisschen poetischer anzugehen und ein bisher so noch nicht dagewesenes Sounderlebnis zu kreieren. Die Stimmungen variieren dabei: mal feurig und verträumt, mal rebellisch verspielt, dann wieder nostalgisch sehnsuchtsvoll.

Du thematisiert in deinen Songs teilweise sehr direkt und offem das Thema Sex. Befürchtest du damit nicht, Personen, Medien oder Veranstalter*innen abschrecken?
Nein. Ich finde es sexy, ich selbst zu sein.

Wie ist dein Live Setting? Tritt du mt Band oder Solo auf?
Da das Projekt noch sehr neu ist, haben wir uns auf ein eher kleines Setting konzentriert, das wir liebevoll die „Tea-Time-Gang“ nennen. Die besteht aus Piano, Gitarre & Cello und klingt so, als würde man in Queen Charlottes Garten sitzen, Kanapees essen und dabei Popsongs hören. Mein Wunsch ist aber natürlich, dass sich dieses Setup so schnell wie möglich vergrößert und wir mit voller Bridgerton-Band auffahren können.

Wo kann man dich demnächst Live erleben?
Dieses Jahr tatsächlich „nur“ im Theater, da ich mir mit meiner Bühnenkarriere gerade meine Musikkarriere finanziere. Ein bisschen irre, I know, aber irgendwo muss die Kohle dafür ja herkommen. :)

Hinter den Kulissen arbeite ich allerdings gerade schon an ein paar Live-Terminen für 2026 und halte euch dazu über Instagram und TikTok auf dem Laufenden. Außerdem erscheinen dieses Jahr auch noch ein paar weitere Singles. Gerade habe ich „Vive la France“, einen echt hotten Sommerhit released, im Spätsommer kommt dann „Royal“, ein Song über Kindheitsfreundschaft und Reichtum ganz ohne Gold & Silber Und ab Herbst habe ich einen „Book Boyfriend“. Es bleibt also spannend, königlich, verträumt und hot.

Danke Henriette II. für deine offenen und ehrlichen Worte, die uns und alle (zukünftigen) Fans noch mehr über deine Musik und deine Vorhaben erzählen. 

Musik als Momentum

Für mich persönlich ist Henriette II. kein favorisierter Act in 2025. Ihre Musik überzeugt mich nicht gänzlich. Sie ist mir einerseits zu gefällig im Sound, vielleicht auch zu perfekt produziert und in den Texten fehlt mir vielleicht ab und an der echte Sprachwitz, der mich zum Weiterdenken animiert. Schwer zu greifen, da dies eine wirklich gute Umsetzung ist. Denn auch visuell weiß sich Henriette II. zu inszenieren: Ihre Videos sind kunstvoll, ihre Bühnenoutfits durchdacht und ihre Bildsprache stark. Sie ist eine Künstlerin, die das Spiel mit Identität, Weiblichkeit und gesellschaftlicher Erwartung bewusst reflektiert.

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Mir zeigt dies aber, wie aus einer Idee eine eigenständige musikalische Person geschaffen werden kann, die, wie die Musikerin selber sagt, als “Projekt” angelegt ist. Ich finde es durchaus spannend, dass Musikschaffende seit einigen Jahren ihre musikalischen Karrieren nur noch als Projekt bezeichnen. Betriebswirtschaftlich betrachtet hat die Bezeichnung “Projekt” immer einen definierten Anfang und ein festgelegtes Ende. Das ist mit Blick auf die Musikbranche ein Wandel, der nachdenklich macht. Denn wenn Personen Musik nur als einen Abschnitt, eine Phase in ihrem Leben betrachten, ist das Starten ebenso leicht wie das Aufhören. Vielleicht ist dies der Grund, warum viele neu gestartete Bands und Musiker*innen einfach irgendwann sang- und klanglos nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Wo sind bitte die Bands geblieben, die sich aus der Liebe zur Musik getroffen haben, all-in gehen und sich erst nach jahrelangem Hochs und Tiefs trennen? 

Ich bin sehr gespannt, wie Henriette II. ihre kommenden Veröffentlichungen in die Welt transportiert. Es klingt gut durchdacht, wohl überlegt, was in der heutigen, von neuer Musik überladenen Welt wichtig ist. Fast noch gespannter bin ich auf die für das kommende Jahr angedachten Konzerte. Wird der Bridgerton Hype, der hier mitschwingt, die Fans vom Stream in die Clubs tragen und zu begeisterten Fan-Chören formen, wie bei ihrem Vorbild Taylor Swift? 

Mehr über Henriette II. erfahrt ihr auf Instagram auch einen TikTok Kanal gibt es.

Fotocredit by Liam Ethan Salzmann

*** Dieser Beitrag ist ein Community Special ****
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