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Arvid Nero – vielfältiger Bluesrock auf ‚Little White Dove‘

Arvid Nero bringt auf seinem Album ‚Little White Dove‘ klassischen Blues zusammen mit leicht experimentellen Rock Elementen. Die Songs auf dem neuen Longplayer klingen warm und angenehm im Ohr. Warum der Schwede dennoch MUSICSPOTS nicht völlig überzeugt, zeigt sich in der detaillierten Betrachtung. 

Nach seinem Debütalbum „Mother Earth“ (2018) ist der schwedische Singer-Songerwriter nun zurück und der Sound des Albums ist anders als erwartet. Da sich Arvid Nero diesmal auch zum Ziel gesetzt hat, das Album auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus zu tragen, hat er sich der Kreation eines sehr eigenen Stils verschrieben.

Die Verschmelzung von Blues, Roots Rock und Pop zu einer eigenen Stilrichtung ist ihm aus meiner Sicht gut gelungen. Es ist aber nichts, was mich persönlich vom Hocker reist. Ich hoffte mehr auf einen gemütlichen Sound. Grüblerisch und leicht verträumt, etwas zum andächtigen Lauschen. Mit dem Song Out of The Blue trifft der Musiker hier meine Erwartungen sehr gut.

Im Grossen und Ganzen ist mir das Album aber zu unruhig. Die Songs sind eher klassisch aufgebaut und Arvid Nero macht durch seine Kombination von Gitarre und Schlagzeug mit seinem typischen Gesang immer wieder interessante Klang-Experimente auf. Zu nennen sind hier die Intros von So Happy oder Four O‘ clock Wasteland, welche ich eher als störend empfunden habe, als das sie für Spannung gesorgt hätten.

Weich und fliessend ist wiederum der Song Talk, der mit seinem sich wiederholenden Chorus-Gesang im Hintergrund, dem Walking-Bass und der warmen Stimme wieder passend ist. Der Song ruft dazu auf, weniger verkopft mit anderen Menschen zu interagieren und im metaphorischen Sinne damit aufzuhören zu reden, sondern anzufangen zu singen und den Moment zu genießen: „Please come on and sing. Sing just anything. No more talk, talk, talk”.

Vom Stil bewegt sich Arvid Nero mehr im Bereich Blues und Rock als sanftem Folk. Women ist so ein Song, der auch direkt den 70er entsprungen sein könnte. Dies ist durchaus kein Nachteil. Ganz im Gegenteil, aber es haut mich weder vom Hocker, noch rührt es mich ausreichend, um in den sicher auch guten Lyrics hängen zu bleiben. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mit diesem Musikstil nie richtig warm geworden bin.

Gesamt kann ich sagen, dass Arvid Nero mich mit Little White Dove durchaus immer wieder in seinen Bann gezogen hat. Doch bei mehrfachem Durchhören ist mir das Album an einigen Stellen zu experimentell und zu unruhig. Vielleicht macht genau das seinen Charme aus, für mich ist aber nicht die richtige Wahl.

Mehr über Arvid Nero erfahrt ihr bei Instagram und Facebook. Little White Dove ist über Spotify und den bekannten Plattformen zu hören und kann als Colored Vinyl im schönsten rot oder auf CD bestellt werden.

Fotocredit by Patricia Hernandez

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